Marion Kuchenny Profile picture
Mensch vor allem. Ansonsten Radiofrau beim Hessischen Rundfunk, Journalistin, Moderatorin, Podcasterin & Coach ☕
19 Oct
Die Pöbel-Plattform – Debatten-Kultur auf 'Twitter- #haltdiefresse' - ein Thread.
#Twitter ist gut für den Holzschnitt. Schwarz und weiß. Gut und Böse. Freund und Feind. Klare Ansagen. Griffig formuliert. Bloß keine Schattierungen. Nichts, worüber man erst mal länger (1/14)
nachdenken muss. Einfach lesen, liken oder darüber herfallen. Twitter – das ist schneller Pulsschlag, hoher Adrenalin-Pegel und niedrige Hemmschwelle, wenn es darum geht, den jeweils Andersdenkenden herabzuwürdigen. Interessanterweise aber immer so, wie @mickybeisenherz (2/14)
das in einem aktuellen Post sehr treffend formuliert hat: ‚Halt die Fresse, rede respektvoll mit mir!‘ Will heißen, ICH kann Dir an den Karren fahren, wie ich will, aber DU behandelst mich gefälligst mit Respekt, ja?! Diese Mischung aus permanenter Aufregung, großer (3/14)
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18 Oct
#haltdiefresse - oder wie falsch verstandene Solidarität unser Gesprächsklima vergiftet - ein Thread (1/16) Dass Menschen, die in die gleiche Richtung denken, sich gegenseitig unterstützen, ist wichtig. Wichtig für uns alle, weil eine Gesellschaft
ein großes Gebilde aus vielen kleineren und größeren Netzwerken ist. So weit, so gut. Schwierig wird es allerdings dann, wenn diese Unterstützung in eine Solidarität mündet, die fast schon reflexartig gewährt wird, egal was der ‚Unterstützte‘ sagt oder tut. Um es konkret (2/16)
zu machen: Im Fall von Quattromilfs ‚Halt-die-Fresse-Ausbruchs‘ haben sich ihre Unterstützer – die prominenten ebenso wie die weniger bekannten - sich sofort bedingungslos auf ihre Seite geschlagen. Was grundsätzlich erstmal nicht verkehrt ist. Aber in diesem Fall (3/16)
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16 Oct
Igor #Levit - So müde. Ein Thread.
Ob @igorpianist ein Ausnahme-Musiker ist, kann ich nicht beurteilen. Dazu fehlt mir leider die Expertise.
Aber ich habe jeden Respekt davor, wenn jemand sein Leben ganz und gar der Musik widmet.
Das Gleiche gilt für Menschen (1/11)
die eine Haltung haben – zu den großen Themen, die in unserer Gesellschaft diskutiert werden.
Was mich allerdings an Igor Levit seit einiger Zeit ziemlich unangenehm berührt, ist die die unverhohlene Eitelkeit, mit der er sich u.a. hier auf Twitter präsentiert.
Eitelkeit, (2/11)
die als Bescheidenheit ‚getarnt‘ ist und doch im Grunde nur nach Bewunderung heischt. Natürlich sind wir Medienleute eitel. Alle. Sonst hätten wir uns einen anderen Beruf gewählt. Aber es ist mir deutlich lieber, wenn jemand offen dazu steht. (3/11)
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