Sebastian Susteck Profile picture
Literaturwissenschaft & -didaktik an der Ruhr-Universität Bochum; Taskforce Nachhaltigkeit d. RUB; Bildung & Deutschunterricht; Klima; @Ssusteck@ruhr.social

Jun 19, 2019, 9 tweets

#Deutschunterricht, #Literaturdidaktik & #Polyvalenz - eine Verbindung, über die ich nach der heutigen VL speziell mit Blick auf das Thema Literatur/Energie/Klimawandel/#Ecocriticism/#EnergyPhilology wieder nachgedacht habe. Wie man Polyvalenz did. bewertet /1

hängt off. nicht nur von Texten, sondern auch vom interpretatorischen Blick ab. In den 1980ern kritisiert noch Bernd W. Seiler m. guten Argumenten ein unkritisches Lob der Polyvalenz i. Lit.wiss. & Didaktik als hist. & systematisch unangemessen. Seitdem hat die Didaktik sich /2

d. Polyvalenz aber zunehmend positiv zugewandt, ohne oft zu klären, was damit eig. gemeint ist & wo Grenzen d. Deutung liegen. Dabei geht es i. d. R. auch um ein #Empowerment d. SuS im #Unterricht. Lesepsychologisch, also weniger hermeneutisch-normativ als empirisch, gibt es /3

dafür auch Argumente, am bekanntesten durch die Untersuchung(en) v. Zwaan, der i. den 1990ern darauf hinweist, dass mentale Modelle beim Lesen vermeintlich literarischer #Texte unschärfer gebildet werden als beim Lesen vermeintlicher Nachrichtentexte. /4

Dabei geht es um den Unterschied im #Lesen, nicht in den Texten. Zugl. wurde der Wortlauf beim lit. Lesen stärker beachtet, mehr Textoberfläche berücksichtigt. Leser rechnen offenbar damit, dass lit. Lesen in mentalen Welten resultiert, die weniger klar definiert sind als /5

Welten nachrichtlichen Lesens. Dies scheint auch damit zusammenzuhängen, dass beim lit. Lesen keine klare #Textintention gesetzt werden kann. #Ecocriticism/#EnergyPhilology: Liest man jetzt aktuelle Romane didaktisch, wäre die Frage, wie es um Komplexität f. d. Ausbildung /6

ökologischer awareness bestellt ist. Z. B. die Texte, die ermüdete Landschaften i. extremer Sommerhitze mit Bildern d. #Windkraft verbinden. Gerade gelesen: #KaiserMühlecker "#Enteignung", #Herbing "#NiemandIstBeiDenKälbern". Während Sachtexte hier Kausalverbindungen ziehen /7

o. auch ausschließen können, koexistiert i. d. Romanen beides, ohne aufeinander bezogen zu sein & ohne Kommentar. Kann man es trotzdem als #Kommentar z. aktuellen Entw. deuten; soll es ein Zeichen d. Gg.wart sein? & wie setzt man das unterrichtlich um? Did. Fragen, die sich /8

aus der offenen (polyvalenten) #Textstruktur ergeben, aber auch der Frage nach legitimer Deutung. Einfacher & komplizierter Juli #Zeh "#Unterleuten', wo #Windkraftkritik erscheint, aber in einer multiperspektivisch dargebotenen Welt. Gibt es hier privileg. Perspektiven? //

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