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May 17, 2020, 12 tweets

Erklärt: Verhältnis von Fallzahlen zur Anzahl durchgeführter #Tests!

Spontane Erkrankungen (z.B. #Krebs) treten mit einer gewissen (+/- gleichbleibenden) Rate quer durchs Land auf. Beginnt man zu Zeitpunkt 0 zu zählen, kommt pro Zeitraum die selbe Anzahl neuer Fälle hinzu.
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Im Beispiel pro Zeitraum ein neuer Fall- man spricht von linearem Wachstum. Außerdem sind Fälle gleichmäßig verteilt, weshalb eine Verdopplung der #Testanzahl auch eine Verdopplung der #Fallzahl bedeutet. Aus diesem Grund macht in diesem Fall eine zufällige #Stichprobe
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… großen Sinn. Aus der prozentualen Häufigkeit an Fällen in der Stichprobe kann man sehr gut hochrechnen auf die absolute Anzahl an Fällen im gesamten Land. Hierfür ist also die Anzahl durchgeführter Tests eine sehr wichtige Kenngröße. Das verhält sich ganz anders...
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im Falle eines Infektionsgeschehens! Hier treten die Fälle nicht "spontan“ auf. Stattdessen steckt ein Kranker eine bestimmte Anzahl seiner Mitmenschen im Umfeld an (das gilt für jede ansteckende Krankheit!). Das geschieht mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, im…
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… Beispiel (Bild) steckt jeder Kranke pro Zeitraum eine weitere Person an. Dadurch verdoppelt sich die Anzahl an Fällen mit jedem Zeitintervall und erreicht so schnell sehr, sehr hohe Fallzahlen. Diese Ausbreitung nennt man #exponentiell. Ein weiterer ...
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... sehr wichtiger Unterschied zu spontanen Erkrankungen wie Krebs ist, dass die Fälle hier in engem räumlichen Bezug zueinander stehen– Ansteckungen finden nunmal im unmittelbaren Umfeld statt! Aus diesem Grund muss auch ganz anders getestet werden. Zufällige #Stichproben
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... quer durchs Land machen hier (erstmal) keinen Sinn. Stattdessen wird im direkten Umfeld eines Patienten (oder eines Risikofalles, z.B. einem Rückkehrer aus Südtirol) getestet. Auf diese Art und Weise kann man effizient und sehr zuverlässig die tatsächliche...
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… Anzahl an Fällen bestimmen. Da es aber abseits dieser Region kaum Fälle gibt, macht ein Hochrechnen auf das gesamte Land keinen Sinn. Man kann auch noch so viele Stichproben im Land machen und dennoch kaum mehr Fälle entdecken. Anders als bei Krebs ist hier also…
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... die Anzahl an entdeckten Fällen eben nicht proportional zur Menge durchgeführter Tests! Im Laufe der Zeit wird natürlich auch die Anzahl der Tests exponentiell steigen, da ja immer das gesamte Umfeld der exp. zahlreicher werdenden Infizierten getestet wird. Das heisst…
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aber natürlich nicht, dass man auch zu früheren Zeitpunkten bedeutend mehr Fälle entdeckt hätte, wenn man von Anfang an so viele Tests durchgeführt hätte– siehe die frühen Zeiträume im Beispielbild!
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Ich wollte das noch einmal ausführlich erklären und illustrieren, da gerade im Kontext von #SARSCoV2 und #COVID19 das Thema einfach immer wieder hochkommt. Bitte beachten, dass die Beispiele oben nur zur Verdeutlichung dienen und keine konkreten Situationen abbilden!
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Und außerdem bitte beachten, dass ich nicht bereit bin über Grundlegendes zu diskutieren: #SARS_CoV2 existiert & ist äußert ansteckend, daran besteht kein Zweifel (plakativ: Kreuzfahrtschiffe, Flugzeugträger!) und #COVID19 ist eine ernstzunehmende Krankheit!
12/12– habe fertig 😅

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