Fabio De Masi 🦩 Profile picture
MdEP, Co-Vorsitzender des BSW, Ökonom

Sep 24, 2020, 8 tweets

Tech-Konzerne mit Milliarden Kunden wie #Apple, #Amazon und #Facebook etablieren eigene Bezahlsysteme. Das ist eine Gefahr für die Finanzstabilität und birgt Risiken für #Geldwäsche und Terrorfinanzierung. 1/n

sueddeutsche.de/wirtschaft/lib…

Der Vorschlag der EU-Kommission sieht jedoch offenbar eine Regulierung und kein Verbot von #Libra vor. Es braucht Klarheit, ob Libra unter die E-Geld-Richtlinie fällt. #Facebooks Libra darf in der EU nicht zugelassen werden, auch nicht mittelbar über die Schweiz.

Die EZB ist gefordert, ein zukunftsfestes gesetzliches Zahlungsmittel für das digitale Zeitalter zu etablieren. China, die USA und Schweden arbeiten längst an digitalen Zentralbankgeld. Dies wäre im Unterschied zum Kreditgeld der Banken so sicher wie Bargeld.

Ein digitaler Euro sollte Bargeld nicht ersetzen, sondern vor der Marktmacht von Datenkraken wie Facebook schützen. Würde die EZB den Bürgern ein unverzinstes Konto mit Obergrenzen auf ihre Guthaben anbieten, bestünde auch kein Risiko eines digitalen Bank Runs.

Stattdessen aber könnten Banken dadurch unter Druck gesetzt werden, risikoärmere Geschäftsmodelle anzubieten. Die Rolle privater Unternehmen bei digitalen Währungen sollte eher bei der Entwicklung von technischen Lösungen und Anwendungen liegen.

Die Vertiefung der Kapitalmarktunion erhöht systemische Risiken. Die anonyme Finanzierung über Kapitalmärkte ist sehr volatil und passt nicht zur europäischen Unternehmensstruktur mit regionalen Märkten und unterschiedlichen Insolvenzregimen.

Kapitalmärkte entziehen Unternehmen in einer Krise schneller das Geld als Banken. Es ist aber sinnvoll den Anlegerschutz und Prospektpflichten stärker zu harmonisieren!

Share this Scrolly Tale with your friends.

A Scrolly Tale is a new way to read Twitter threads with a more visually immersive experience.
Discover more beautiful Scrolly Tales like this.

Keep scrolling