#Rassismus und #Rechtsextremismus in der #Polizei: Man muss davon ausgehen, dass 20 % der Beamt*innen solche Einstellungen haben. Das ist eine grobe Schätzung anhand des – leider sehr dürftigen – Forschungsstandes. Aber es ist eher konservativ geschätzt. #Thread
Die wohl jüngste #Studie zum Thema für Deutschland stammt von Krott/Krott/Zeitner (International Journal of Police Science & Management 2018, 174 ff.). Es handelt sich um eine #Befragung von 160 Polizeianwärter*innen in NRW zu „Fremdenfeindlichkeit“.
Ergebnisse: Knapp 20 % der Befragten wiesen fremdenfeindliche #Einstellungen auf. Dieser Wert sank während des Studiums, nahm nach den ersten Praxiserfahrungen aber wieder leicht zu.
Das kann man – wie die Autor*innen – positiv interpretieren: Die Werte liegen nicht über denen für die #Gesamtgesellschaft (allerdings auch nicht darunter); das #Studium zeigt positive Effekte.
welt.de/politik/deutsc…
Aber: Erstens haben Anwärter*innen #Praxiserfahrungen, die für rassistische Einstellungen nach allem was wir wissen besonders bedeutsam sind, erst in Ansätzen gemacht.
Zweitens sind knapp 20 % für eine Organisation, die den #Diskriminierungsverboten des Grundgesetzes verpflichtet und zu weitreichenden #Grundrechtseingriffen befugt ist, deutlich zu viel.
Zu ähnlichen Größenordnungen kommt auch die Handvoll Studien zu Fremdenfeindlichkeit bzw. Rechtsextremismus in der deutschen Polizei, die bereits in den 1990er Jahren entstanden sind, deren Ergebnissen aber nur mit Vorsicht auf die heutige Situation übertragen werden können.
Alles in allem: Der #Forschungsstand zu diesem für eine Demokratie äußerst wichtigen Thema ist mehr als dürftig. Es bedarf dringend einer breiten, aktuellen #Studie, die sich neben #Einstellungen auch mit #Netzwerkbildung und den Auswirkungen auf die polizeiliche #Praxis befasst.
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