Autoritäre Strukturen brauchen Menschen, die bereit sind, sich diesen zu unterwerfen, um sich als Teil der Autorität zu erleben.
Ein Paradox.
Als Lohn für die Unterwerfung winken Identifikationsangebote, man wird Teil der Machtstruktur.
#Feminismus #Rassismus #Faschismus
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Die Unterwerfung bietet Unsicherheitsreduktion und Selbstaufwertung. Persönliche Unsicherheiten werden reduziert.
Autoritäre Strukturen knüpfen an bisheriger Lebenserfahrung in der (autoritären) Schule an, in der z.B. jemand nur in Relation zu Anderen gut sein kann.
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Das sind Lernstrukturen und autoritäre Verhältnisse, in die die Menschen hineinwachsen und die vermitteln, dass die Identifikation mit autoritären Verhältnissen Sicherheit bietet.
Wer sich unterwirft, dem*der wird etwas geboten.
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Dennoch bleibt eine Ambivalenz bestehen, weil man unbewusst um den eigenen Verzicht weiss und um die Dinge, die man aufgegeben hat. Die Rechnung geht noch nicht auf.
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Als Ausgleich dafür bieten autoritäre Strukturen immer gesellschaftliche Strukturen, in denen man Andere hassen kann.
Dies ein zusammengefasster Auszug aus der (empfehlenswerten) Podcastreihe über Rechtsextreme Rückzugsräume (Folge "Eine Annäherung").
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bpb.de/mediathek/podc…
Beim Anhören/Lesen dieses Kurzbeschriebs autoritärer Strukturen komme ich nicht umhin, Parallelen zum #Patriarchat zu ziehen.
Frauen können es im Patriarchat schaffen - (meist) wenn sie sich mit ihm identifizieren, sich unterwerfen.
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Sie übernehmen die Werte, die Glaubenssätze und führen sie, wenn sie in Chefpositionen sind, auch aus. Fast noch mehr als Männer, weil sie dem autoritären System jederzeit beweisen müssen, dass sie sich unterworfen haben.
Sonst verlieren sie evtl ihre Position im System.
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Eine Frau, die aus einer Machtposition heraus nicht patriarchales Verhalten zeigt, gefährdet in dem Sinn ihre Position.
Würde sie die Situation analysieren, würde ihr vlt auch schmerzlich bewusst, dass sie persönlich auf wertvolle Dinge verzichtet hat.
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Da ist es einfacher, die Fassade aufrecht zu erhalten, dass schon alles seine Richtigkeit hat.
Es ist also nicht Bosheit, die sie daran hindert, anderen Frauen den Weg zu ebnen. Es ist unreflektiertes gefangen sein in einer autoritären Struktur und die Befreiung
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könnte grosse persönliche Unsicherheit und Schmerz auslösen.
Dies ist ein rein analytischer Thread. Es geht nicht darum, jemanden zu beschuldigen. Es geht darum, zu verstehen, um einen Weg raus zu finden.
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Und wie immer bin ich der Meinung, dass am System Schule gerüttelt werden muss. So wie man dort lernen kann, dass es nützlich ist, sich einem System zu unterwerfen, könnte man dort lernen, dass Menschen gleichwertig & divers sind und versch. Qualitäten & Bedürfnisse haben.
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please unroll @threadreaderapp thanks
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