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Eine Diskussion auf Twitter hat mir Anlass gegeben, mir wieder Gedanken über die „Unendliche Geschichte“ zu machen. Wegen des doppelten Jubiläums (90. Geburtstag des Autors, 40. Jahrestag der Veröffentlichung) liegt das Buch zur Zeit in allen Buchhandlungen aus, nicht nur in der
ursprünglichen Version mit rotem Umschlag und Zeichnungen von Roswitha Quadflieg, sondern auch in einer neuen Ausgabe mit bunten Bildern für 35 Euro. Bei Eltern, Großeltern, Tanten und Onkeln und sonstigen Personen, die Kinderbücher kaufen, ist das Buch offensichtlich sehr
beliebt. Ich halte es daher für dringend, dass das Buch einmal als das kenntlich gemacht wird, was es ist: Gefährlicher esoterischer Schwachsinn. (Meine Kritik gilt nicht der gesamten phantastischen Literatur, nur der „Unendlichen Geschichte.“)
Ich habe das Buch im Jahr 1979 zu Weihnachten geschenkt bekommen, ich habe es geliebt, ich habe mir seine Botschaften zu Herzen genommen, ich habe sogar dem Autor geschrieben und eine Antwort erhalten. Mittlerweile besitze ich weder das Buch (es ging bei einem Umzug verloren)
noch den Brief. Vielleicht wäre das Buch heute sogar ganz wertvoll, da es sich um die Erstausgabe handelte, aber ansonsten bin ich froh, dass ich es nicht mehr im Haus habe.
Die „Unendliche Geschichte“ ist das einzige Buch, von dem ich sagen würde, dass es mir geschadet hat, und zwar nicht wegen irgendwelcher trauriger oder gruseliger Stellen, von denen es mehrere enthält (für mich waren Gmork, der Werwolf, und die Vorstellung, dass die Wesen
Phantásiens in der Menschenwelt zu Lügen werden, am gruseligsten), sondern wegen seiner Botschaften, die ich mittlerweile für eine Lügen halte, die mir in vielerlei Hinsicht geschadet haben.
Selbstverständlich lag es auch an mir selbst und meiner Situation, dass ich die Lüge nicht durchschauen konnte. Kinder, denen es gut geht, sind für diese Lüge nicht empfänglich. Sie lesen die erste Hälfte des Buchs, das heißt, die ersten 12 Kapitel, in denen Atréju die Hauptfigur
ist, und legen das Buch gelangweilt weg, nachdem Bastian ins Zentrum gerückt ist. Dass Kinder, denen es gut geht, für die Lügen des Buches nicht empfänglich sind, so dass sie ihnen nicht schaden, macht die „Unendliche Geschichte“ aber nicht zu einem guten Buch.
Die „Unendliche Geschichte“ hat ein paar Qualitäten: die Fülle der phantastischen Einfälle und die spannende Handlung. Aber Michael Ende wollte nicht nur eine spannende Geschichte erzählen, sondern auch seine Weltsicht vermitteln, und darum ist es legitim, die Weltsicht, die in
seiner Geschichte ziemlich explizit ausgedrückt wird (vor allem durch einige angeblich weise Figuren, denen Atréju und Bastian auf ihren Reisen begegnen), zu kritisieren.
(Die „Unendliche Geschichte“ ist von Wolfgang Petersen und Bernd Eichinger verfilmt worden. Als Filmemachern, die Geld verdienen wollen, ging es ihnen darum, eine Geschichte zu erzählen, die Kindern Spaß macht. Folgerichtig beschränkten sie sich auf den ersten Teil. Michael Ende
war mit dem Ergebnis überhaupt nicht glücklich, Der Kern der Geschichte sei verloren gegangen. Als ich die „Unendliche Geschichte“ noch mochte, bedauerte ich die Verfilmung. Mittlerweile amüsiere ich mich: Wenn man den Kern herausschneidet, behält man das Beste der „Unendlichen
Zunächst eine Zusammenfassung: Auf dem Weg zur Schule flieht der elfjährige Bastian vor einigen Jungen, die ihn verprügeln wollen, in ein Antiquariat für Bücher. Eines der Bücher dort scheint ihn zu rufen, er stiehlt es, obwohl er normalerweise nicht stiehlt. Mit dem Buch setzt
er seinen Weg zur Schule fort, da er aber nicht zu spät kommen und außerdem möglichst schnell das Buch lesen will, geht er nicht in seine Klasse, sondern auf den Speicher der Schule und beginnt dort zu lesen.
Die Druckfarbe wechselt nun von rot zu grün, um Lesern und Leserinnen zu zeigen, dass sie das lesen, was auch Bastian liest. In eingefügten rot gedruckten Passagen wird aber auch von Bastian berichtet: Was er über das Buch denkt, was er zwischendurch tut (etwas essen, aufs Klo
gehen), und wir lernen ein wenig über sein eigenes Leben: Seine Mutter ist gestorben, sein Vater nach ihrem Tod depressiv geworden, so dass er sich nur unzureichend um Bastian kümmern kann, dazu kommt, dass Bastian in der Schule von Lehrern und Mitschülern gemobbt wird, weil er
dick, hässlich, unsportlich und nicht besonders intelligent ist. (Das Wort „Mobbing“ wurde im Jahr 1979 noch nicht verwendet. Den Sachverhalt, dass sich einige Schüler einer Klasse ein Opfer suchen und es piesacken, während der Rest der Klasse aus Angst still hält und den Tätern
nicht entgegentritt, gab es aber schon damals.)
Das Buch, das wir gemeinsam mit Bastian lesen, spielt in „Phantásien“, das auf zwei Weisen von der Vernichtung bedroht ist: Die Kindliche Kaiserin ist krank, und es breiten sich Stellen aus, wo nichts mehr ist, die nicht einmal weiß oder schwarz aussehen, sondern die einem das
Gefühl geben, blind zu sein, wenn man in sie hinein schaut. Wenn sie nicht aufpassen, werden die Wesen Phantásiens in dieses Nichts hineingezogen.
Atréju vom Volk der „Grünhäute“, der wie Bastian elf Jahre alt ist, wird ausgesandt, eine Lösung für dieses Problem zu finden. Er erhält dazu das Medaillon „AURYN“, das alle Wesen Phantásiens verpflichtet, ihm zu helfen, und das ihn schützt. Nach verschiedenen Abenteuern erfährt
er, dass die Kindliche Kaiserin einen neuen Namen braucht, dass aber kein Wesen Phantásiens, sondern nur ein Mensch ihr diesen Namen geben kann. Er versucht, in die Menschenwelt zu reisen und jemanden zu finden, der der Kindlichen Kaiserin einen neuen Namen gibt, lernt aber, dass
die einzige Möglichkeit, in die Menschenwelt zu gelangen, darin besteht, sich ins Nichts zu stürzen, dass er dann aber nicht mehr er selbst, sondern eine Lüge sein wird. Er reist zur Kindlichen Kaiserin zurück, um ihr zu sagen, dass es keine Rettung gibt.
Sie erwidert ihm, dass er seine Sache sehr gut gemacht und den Retter bereits mitgebracht hat: Es ist Bastian, der das Buch liest. Einen Augenblick lang, als Atréju den Raum betrat, wo die Kindliche Kaiserin auf ihn wartete, war die Wand zwischen den beiden Welten dünn geworden,
und Bastian hat die Kindliche Kaiserin gesehen, sie sich nicht nur vorgestellt, und sofort gewusst, wie sie heißt, und sie hat ihn auch gesehen. Es dauert jedoch noch eine Weile, bis er den Mut findet, sie bei ihrem neuen Namen zu nennen und die Reise nach Phantásien anzutreten.
In Phantásien angekommen erhält Bastian das Medaillon AURYN von der Kindlichen Kaiserin. Er sieht den Spruch auf der Rückseite „Tu, was du willst“, und erfährt, dass es, wenn es von einem Menschen getragen wird, Wünsche erfüllen kann. Bastian beginnt, sich Dinge zu wünschen: er
wünscht sich, schön, stark, zäh, klug und manches andere zu sein, also alles, was er in der Menschenwelt nicht ist. Er merkt nicht, dass er mit jedem Wunsch, der ihm erfüllt wird, eine Erinnerung an die reale Welt verliert.
Sehr früh auf seiner Reise wird ihm gesagt, dass es nicht darum ginge, sich alles mögliche zu wünschen, sondern dass er den Weg der Wünsche gehen müsse, um seinen „Wahren Willen“ zu finden. Jeder seiner Wünsche bedeutet eine Etappe auf seiner Reise durch Phantásien. Er trifft
Atréju, der merkt, dass Bastian seine Erinnerungen verliert, und ihn warnt, vorsichtiger mit dem Wünschen zu sein. Bastian schlägt den Rat in den Wind, überwirft sich mit Atréju, wünscht sich, der Kindlichen Kaiserin ein zweites Mal zu begegnen, was nach den Regeln Phantásiens
unmöglich ist, zieht zum Elfenbeinturm und versucht, sich selbst zum Kindlichen Kaiser krönen zu lassen, als er die Kindliche Kaiserin dort nicht antrifft.
Atréju hat in der Zwischenzeit ein Heer versammelt, mit dem er Bastian während der Krönungszeremonie angreift. Im Laufe der Schlacht verwundet Bastian ihn beinahe tödlich. Über sich selbst entsetzt flieht Bastian aus dem Elfenbeinturm und gerät zunächst in die Alte-Kaiser-Stadt,
wo er sieht, was aus Menschen wird, die sich so viel gewünscht haben, dass ihnen alle Erinnerungen verloren gingen, oder die versuchten, sich selbst zum Kaiser zu machen. Er lernt, dass er einen Wunsch finden muss, der ihn aus Phantásien hinausführt, dass ihm aber nur noch
einige wenige Wünsche bleiben, so dass er es wahrscheinlich nicht mehr schaffen wird.
Er wünscht nun nicht mehr so willkürlich und hemmungslos, wie er es vorher getan hat, aber er kann nicht verhindern, dass Wünsche in ihm aufsteigen. Er wünscht sich Gesellschaft und trifft auf Wesen, die so sehr in ihrer Gemeinschaft aufgehen, dass sie nicht einmal Namen haben.
Nach einer Weile reicht ihm das nicht mehr, und er wünscht sich, als er selbst geliebt zu werden, mit seinen Schwächen und Fehlern. Er wandert also weiter und erreicht das „Änderhaus“ von Dame Aiuola, die ihn verwöhnt, wie man ein kleines Kind verwöhnt, mit der er aber auch über
seine Erlebnisse sprechen kann. Schließlich spürt er, nachdem er einige Zeit im „Änderhaus“ gelebt hat, den Wunsch, selbst zu lieben, und stellt fest, dass er das nicht kann. Dame Aiuola erklärt ihm, dass er dazu von den Wassern des Lebens trinken muss. Sie erzählt ihm außerdem,
dass bis auf wenige Ausnahmen die Wesen Phantásiens, also auch sie selbst, nicht lieben können. Auf die Frage, ob das, was sie ihm gegeben hat, nicht Liebe war, antwortet sie: „Es war, was du dir gewünscht hast.“
Die letzte Etappe seiner Reise führt Bastian zum „Bergwerk der Bilder“. Yor, der Bergmann, gräbt dort auf feines Glas gemalte Bilder aus den nächtlichen Träumen der Menschen aus, die die Grundfesten Phantásiens bilden. Er erklärt Bastian, dass er nicht einfach so lieben kann,
sondern wissen müsse, wen er liebt. Da Bastian sich nur noch an seinen Namen erinnert, muss er unter den Bildern unter der Erde eines finden, das in ihm etwas anrührt, so dass er weiß, wen er lieben kann. Er arbeitet im Bergwerk und gräbt viele Bilder aus, und am Ende findet er
eines, das, wie die Leser und Leserinnen wissen, seinen Vater zeigt. Er spürt, dass dies das richtige Bild ist, und verabschiedet sich von Yor. Jetzt vergisst er auch seinen Namen.
Gerade, als es scheint, dass er nach vielen Irrwegen jetzt kurz vor dem Ziel stünde, tauchen die Schlamuffeln auf, die Bastian auf seinen Reisen durch Phantásien erfunden hat, und zerstören sein Bild. Alles scheint verloren, aber Atreju, der Bastian gefolgt ist, vertreibt die
Schlamuffeln, und Bastian legt AURYN vor Atreju auf den Boden. In diesem Augenblick verwandelt sich das Medaillon in einen Ort, einen künstlichen Teich, der von zwei Schlangen beschützt wird. Erst weigern sie sich, Bastian einzulassen, weil er keine Erinnerungen mehr hat, aber
Atreju, dem er von sich erzählt hat, hat seine Erinnerungen bewahrt, und so kann Bastian von den Wassern des Lebens trinken und am Ende in seine Welt zurückkehren.
In der Menschenwelt sind während der Zeit, die Bastian in Phantásien verbracht hat, ein oder zwei Tage vergangen. Sein Vater hat sich bereits Sorgen gemacht, er freut sich, dass Bastian wieder da ist. Er nimmt sich frei und schreibt eine Entschuldigung für Bastians Schule;
Bastian erzählt erst, was er erlebt hat, und am zweiten Tag machen sie einen Ausflug. Es gibt Hoffnung auf einen Neustart in der Beziehung zwischen Vater und Sohn.
Ich komme nun zu den Lügen der „Unendlichen Geschichte“. Damit meine ich nicht die phantastischen Wesen, sondern die Teile, die beanspruchen, auch für unsere Welt Bedeutung zu haben. Die meisten Lügen betreffen die Natur menschlicher Beziehungen.
1. Bastian steckt in einer Situation, in der er dringend Hilfe von außen benötigt: Sein Vater müsste merken, dass er sich um seinen Sohn kümmern muss, und das Mobbing in der Schule müsste gestoppt werden. Keines von beidem kann er aus eigener Kraft erreichen, nicht weil er
besonders schwach und unfähig wäre, sondern weil Kinder damit generell überfordert sind. Nachdem diese Probleme gelöst wären, könnte er lernen, was ein Kind seines Alters können sollte: Freundschaften mit Gleichaltrigen eingehen und aufrechterhalten und in der Beziehung zu seinem
Vater seine wachsende Eigenständigkeit behaupten.
Statt Hilfe von außen zu erhalten und anschließend lösbare Probleme lösen zu lernen, wird Bastian auf eine Reise in sein eigenes Inneres geschickt, auf der er sich selbst besser kennenlernt und sich ändert. (Dame Aiuola sagt über ihn: er wollte zwar immer ein anderer sein, aber
er wollte sich nicht ändern. Am Ende ändert er sich doch.) Als er zurückkehrt, ist eines der beiden Probleme gelöst: Sein Vater hat sich Sorgen gemacht und gemerkt, dass er sich kümmern muss. Es besteht also, realistisch gesehen, kein kausaler Zusammenhang zwischen Bastians Reise
in sein Inneres und der Veränderung seiner Situation. Wer zu magischem Denken neigt, mag jedoch einen solchen Zusammenhang sehen.
Die Botschaften für ein Kind, das in einer ähnlichen Situation wie Bastian steckt, sind katastrophal: Du musst dich ändern, damit Menschen dich mögen. Aber weder wenn der Vater depressiv ist noch wenn man Mobbingopfer ist, kann das funktionieren. Das Kind wird sich nur aufreiben,
es wird die Schuld bei sich suchen und sich selbst als defizitär ansehen.
2. Liebe, oder besser die Fähigkeit, liebevolle Beziehungen einzugehen und aufrechtzuerhalten, ist etwas, was alle Menschen lernen sollten, und zwar nicht in irgendwelchen Volkshochschulkursen, sondern indem sie Beziehungen eingehen und aus ihren Fehlern lernen. Die meisten
Menschen haben zum Zeitpunkt ihrer Geburt damit angefangen, indem sie die Liebe ihrer Eltern erwiderten. (Wer jetzt anfängt, darüber nachzudenken, ob das schon richtige Liebe war, ist auf die Lügen der „Unendlichen Geschichte“ bereits hereingefallen. Besser fragt man die eigenen
Eltern: sie werden einem erzählen, dass sie wussten, dass ihr Kind sie liebte, wenn es sie nach einigen Minuten der Trennung anlachte.)
Liebe kann aber kein Lebensprojekt sein, der „Wahre Wille“, der die Persönlichkeit ausmacht, so wie andere Menschen Fußball spielen oder das perfekte Fahrrad konstruieren oder Filme drehen oder vielleicht auch einem gewöhnlichen Job nachgehen, erstens, weil die meisten Menschen,
die es sich zum Beispiel zum Ziel gesetzt haben, sehr gut Fußball zu spielen, auch Freunde und eines Tages einen Partner oder eine Partnerin und vielleicht eigene Kinder wollen, und ihrerseits ein guter Freund oder eine gute Freundin, ein guter Partner oder eine gute Partnerin,
ein guter Vater oder eine gute Mutter zu sein hoffen, und weil zweitens Liebe kein Ersatz für ein Lebensprojekt wie „sehr gut Fußball spielen“ sein kann. Selbst Menschen, die einen sozialen Beruf wählen, müssen mehr können als einfach nur lieben.
Bastian steckt ohne eigene Verantwortung in einer Situation, in der er nicht lernen kann, liebevolle Beziehungen einzugehen und aufrechtzuerhalten. Es ist verständlich, dass er dies lernen möchte. (Realistischer wäre es allerdings, wenn er sich Freunde wünschen würde, und dass
sein Vater mehr Zeit für ihn hat.) Aber dies kann nicht sein „Wahrer Wille“ sein, der seine Persönlichkeit ausmacht und ihn von anderen Menschen unterscheidet, denn schließlich sollten alle Menschen lieben können. Es könnte in seiner Situation ein Wunsch sein, der erst einmal
wichtig ist, der aber, wenn er das Niveau von Gleichaltrigen erreicht hat, durch andere Wünsche ersetzt wird, so wie auch die vorherigen Wünsche nach ihrer Erfüllung durch neue Wünsche ersetzt wurden. (Natürlich müsste er, wenn er sich zum Beispiel zum ersten Mal verliebt, erneut
zu lernen zu lieben, weil es eben Dinge gibt, die ein Elfjähriger nicht kann.) Die Unendliche Geschichte stellt „Lieben“ jedoch als letzten Wunsch in einer langen Reihe von Wünschen dar, als wäre er reifer oder weiser als alle anderen Wünsche.
3. Liebe wird mystifiziert. Bastian stellt fest, dass er nicht lieben kann, aber es wird nicht erklärt, woran er das festmacht. (Er stellt nicht fest, dass er niemanden liebt; das wäre etwas anderes.) Es wird nicht erklärt, woran er hätte erkennen können, dass das, was er von
Dame Aiuola empfangen hat, nicht Liebe, sondern etwas anderes war. (Dabei hatte er sich doch gewünscht, geliebt zu werden.) Es wird nur erklärt, dass die Wesen Phantásiens nicht lieben können.
Er lernt nicht, zu lieben, indem er Beziehungen eingeht und in diesen Beziehungen für den anderen da ist und von sich selbst absieht, aber eben manchmal auch Konflikte aushält oder sogar eine Beziehung abbricht.
Er kann lieben, nachdem er von den „Wassern des Lebens“ getrunken hat: ein magischer Akt, kein langsames, kompliziertes Lernen. Aber es gibt Voraussetzungen, bevor er von den Wassern des Lebens trinken kann.
4. Bastian muss alle anderen Wünsche hinter sich lassen, bevor er lieben kann. Er darf sich nichts mehr für sich selbst wünschen. Für besonders problematisch halte ich, dass er den Wunsch, geliebt zu werden, hinter sich lassen muss. Wer liebt, möchte normalerweise zurückgeliebt
werden, und Beziehungen funktionieren nur, wenn die Liebe gegenseitig ist. Wenn die Liebe nicht erwidert wird, ist es häufig klüger, die eigenen Gefühle zurückzuziehen und einem anderen Menschen zuzuwenden und die Beziehung, falls eine solche bestanden hat, abzubrechen. (Das Ende
der „Unendlichen Geschichte“ ist hier zum Glück klüger, als die Botschaften, die Bastian auf seiner Reise durch Phantásien erhält: Sein Vater liebt ihn durchaus.)
Aber auch, dass er Wünsche wie schön sein, stark sein, zäh sein oder klug sein hinter sich lassen muss und dass diese als egoistisch gekennzeichnet werden, halte ich für fragwürdig. Bastians Sehnsucht, etwas zu können und dafür Anerkennung zu erfahren, ist legitim und nicht
egoistisch. Es wäre natürlich besser, wenn er lernen würde, sich die erfüllbaren Wünsche selbst zu erfüllen, etwa einem Sportverein beizutreten und dort stärker und zäher zu werden, oder klüger zu werden, indem er mehr lernt. Aber gerade Kinder sehen es häufig als Schicksal,
nicht als Ergebnis von Fleiß oder mangelndem Fleiß an, wenn sie stark oder schwach, klug oder nicht so klug sind.
Dass Bastian alle egoistischen Wünsche hinter sich lassen muss, um lieben zu lernen, ist die dickste und gefährlichste Lüge des Buches. Denn wenn Liebe mehr ist als ein paar Stunden oder vielleicht auch Tage Selbstvergessenheit, wenn Liebe bedeutet, dass eine auf Gegenseitigkeit
beruhende Beziehung aufgebaut wird, die mehrere Jahre oder ein ganzes Leben hält, dann darf man sich selbst nicht vergessen, sondern muss dem anderen ein Gegenüber mit eigener Persönlichkeit und eigenen Wünschen sein.
(Ein fernöstlicher Weiser mag alle irdischen Begierden hinter sich lassen, aber dieser Weg führt nicht in gelungene Beziehungen mit anderen Menschen, sondern ins Nirwana. Es ist kein Weg für ein elfjähriges Kind.)
5. Wenn es in der „Unendlichen Geschichte“ tatsächlich darum ginge, lieben zu lernen, müsste man sagen, dass das Buch dort aufhört, wo es interessant wird: wie Bastian und sein Vater lernen, miteinander auszukommen und die Konflikte auszuhalten, die das Heranwachsen und
Selbständigwerden mit sich bringt. Vielleicht würde der Vater Bastian auf eine andere Schule schicken, wo er nicht mehr gemobbt wird, dort müsste Bastian lernen, Freunde zu finden.
Kurzum, es fehlen Teile, die in der Menschenwelt spielen, wo Bastian lernt, als gewöhnlicher Mensch seine gewöhnlichen Probleme zu lösen.
Ziemlich am Anfang des Buchs wird erzählt, dass Bastian Bücher über gewöhnliche Menschen mit gewöhnlichen Problemen nicht mag, erstens weil er genügend eigene gewöhnliche Probleme hat und davon nicht auch noch lesen möchte, und zweitens weil man in solchen Büchern immer zu etwas
gekriegt werden soll. Bis jetzt habe ich die Passage immer als programmatisch angesehen, als Protest gegen die realistische und sozialkritische Kinderliteratur, die in den Siebzigern in Mode war. Man kann sie aber auch einfach als eine Darstellung der Haltung Bastians zu Beginn
des Buches lesen: Er mag Bücher, die „spannend oder lustig sind oder bei denen man träumen kann“, Bücher, die ihn seinen Alltag vergessen lassen, und es ist nur allzu verständlich, dass er sich aus seiner Situation, aus der er sich nicht selbst befreien kann, herausträumt.
Der Verlauf der Handlung sollte ihn und die Leser und Leserinnen dazu bringen, diese Haltung zu überdenken: Bastian mag nicht, wenn er zu etwas gekriegt werden soll, aber gerade das phantastische Buch, das er liest, will ihn zu etwas kriegen, erst dazu, der Kindlichen Kaiserin
einen Namen zu geben, dann dazu, alle egoistischen Wünsche aufzugeben. Rational wäre es, nun, nicht mehr zwischen realistischen Büchern mit Botschaft und phantastischen Büchern ohne Botschaft zu unterscheiden: Es gibt auch phantastische Bücher mit Botschaft und realistische
Bücher ohne Botschaft.
Vor allem aber müsste zu denken geben, dass auch in der „Unendlichen Geschichte“ kein Weg daran vorbei führt, dass Bastians reale Probleme, insbesondere seine extreme Einsamkeit, gelöst werden. Realistischerweise müssten sie in der realen Welt gelöst werden, es wäre
allerhöchstens ein Buch denkbar, in welchem Passagen in der Menschenwelt und Passagen in Phantásien einander abwechseln und Erlebnisse in Phantásien zu Lösungsversuchen in der realen Welt inspirieren. In der „Unendlichen Geschichte“ muss Bastian jedoch zuerst seine Reise durch
Phantásien erfolgreich beenden, und anschließend ist zumindest eines der Probleme in der Menschenwelt (die fehlende Beziehung zu seinem Vater) auf magische Weise gelöst. Bastians Haltung, dass Bücher über das gewöhnliche Leben gewöhnlicher Menschen mit gewöhnlichen Problemen
langweilig sind, wird auf diese Weise nicht hinterfragt.
6. Ein paar Worte zu Atréju und zu seinen Abenteuern. Sie folgen einem in Büchern und Filmen weit verbreiteten Muster: Die Welt ist bedroht, und der jugendliche Held ist der einzige, der sie retten kann. Atréju bringt keine persönlichen Probleme mit, sondern konzentriert sich
ganz auf seine Aufgabe. Er ist, wie Kinder gerne wären, seine Abenteuer sind spannend, und die schrittweise Auflösung des Rätsels, wie Phantásien und die Kindliche Kaiserin gerettet werden können, macht Spaß. Den meisten Kindern machen seine Abenteuer mehr Spaß als die von
Bastian, und konsequenterweise haben sich Wolfgang Petersen und Bernd Eichinger bei der Verfilmung auf die erste Hälfte beschränkt.
Leider wird diese Reise am Ende entwertet. Die Kindliche Kaiserin wusste längst, wie sie gerettet werden kann. Es ging nicht um das, was Atréju im Lauf seiner Reise herausgefunden hat, sondern darum, dass er sein Leben aufs Spiel setzen, sein Pferd verlieren und schwer verletzt
werden musste, damit Bastian sich für ihn, für Phantásien und für die Kindliche Kaiserin interessiert. Dass es Phantásien und der Kindlichen Kaiserin schlecht geht, hätte nicht gereicht, um Bastian zum Helfen zu bewegen, obgleich er es ohne großen Aufwand hätte tun können. Atréju
wird zu einer Art Gladiator.
Es fehlt aber auch jegliches Interesse an Atréjus gewöhnlichem Leben bei seinen gewöhnlichen Leuten. Er ist einem Native American nachgebildet. Als ich Kind war, waren Geschichten über Native Americans, vor allem solche, die von Deutschen geschrieben waren, sehr beliebt. Die
besseren dieser Geschichten boten nicht nur Exotismus und Abenteuer, sondern erzählten auch vom Leiden der Native Americans und ihrer schrittweisen Vertreibung in immer unwirtlichere Gebiete, bis sie schließlich in Reservationen leben mussten, und in Sachbüchern erfuhren Kinder
vom Leiden der heutigen Native Americans, so dass sie im Idealfall nicht nur Spaß an Abenteuern hatten, sondern auch Anteil an ihrem Schicksal nahmen.
Atreju wird von all dem getrennt. Es beginnt damit, dass er nicht wirklich ein Native American, sondern ein Bewohner Phantásiens ist. Für das Leben der Native Americans muss man sich nicht interessieren, es reicht, wenn man Spaß an Geschichten über Menschen hat, die zu Pferd
Büffel jagen. Aber selbst dieses Leben, das auf seine Weise gewöhnliches Leben und Alltag ist, ist für die „Unendliche Geschichte“ nicht genügend interessant. Nur die Abenteuer jenseits des Alltags, bei denen er sein Leben riskiert, und seine Begegnungen mit phantastischen Wesen
können Bastians Interesse wecken, Atrejus Alltag lässt ihn kalt.
Dies ändert sich auch nicht, als Bastian ihn im Laufe seiner Reise durch Phantásien trifft. Er fragt nicht, wie es Atreju oder seinen Leuten geht, er interessiert sich nicht für Atrejus Leben. Atreju wird zur Nebenperson und zum Besten Freund ohne eigenes Leben degradiert.
7. Genauso wenig wie für Native Americans interessiert sich die „Unendliche Geschichte“ für Kinder, die in einer ähnlichen Situation wie Bastian stecken, und für realistische Lösungen ihrer realen Probleme in der realen Welt. Tatsächlich hatte Michael Ende, als er die Geschichte
zu schreiben begann, ein ganz anderes Kind im Kopf, einen Rabauken, der selbst Gewalt ausübt und nicht Opfer von Gewalt ist. Als er schon ziemlich weit fortgeschritten war, merkte er, dass die Geschichte mit einem solchen Kind nicht funktioniert, und schrieb sie um. Nicht das
Kind stand für ihn im Zentrum, sondern die Handlung, die ihm eingefallen war, und die mit dieser Handlung verbundene spirituelle Botschaft, man müsse allen Egoismus aufgeben, um Lieben zu lernen, und das Kind musste dieser Handlung angepasst werden.
Oben habe ich erwähnt, dass ich als Kind einen Brief an Michael Ende geschrieben habe. Ich habe ihm für seine Bücher gedankt und ihm einige Fragen gestellt, etwa was die Akzente auf den Namen bedeuteten oder warum es in „Jim Knopf“ keine Botschaft gäbe. (Damals liebte ich Bücher
mit Botschaften wie „Momo“ oder „die Unendliche Geschichte“.) Die wichtigste Frage war aber, warum die Wesen Phantásiens nicht lieben könnten. Ich erhielt auch eine Antwort: Die Akzente sollten nur anzeigen, welche Silbe betont wird, und die Botschaft von „Jim Knopf“ sei, dass
Jim und Lukas nie an sich selbst denken.
Auf die Frage, warum die Wesen Phantásiens nicht lieben können, wurde mir geantwortet, wenn ich genügend nachdenken würde, würde ich es verstehen. Mittlerweile denke ich, dass Michael Ende zumindest hätte differenzieren können: Die Wesen Phantásiens können keine Menschen lieben.
Das Phantásien, das aus Bastians Wünschen entspringt, wird von ihm kontrolliert, und dies gilt auch für die Wesen Phantásiens, die ihn lieben sollen. Die Liebe eines Wesens, das man kontrollieren kann, ist aber nichts wert. Die Wesen Phantásiens sind aber sich selbst und
füreinander real, und die Frage, ob zwei Figuren einer Geschichte einander lieben (zum Beispiel Bastian und sein Vater), kann sinnvoll gestellt werden.
Vor allem aber können Menschen die Figuren einer Geschichte lieben und an ihnen Anteil nehmen. Dass Lesern und Leserinnen dies gelingt, ist häufig ein wichtiger Grund, dass sie die Geschichte gerne lesen, und wenn eine Geschichte keine Figuren bietet, die man mögen kann, macht
sie gleich viel weniger Spaß. Noch wichtiger aber ist, dass der Autor oder die Autorin seine oder ihre Figuren liebt, an ihrem Schicksal Anteil nimmt und ein gewisses Verständnis für ihre Handlungen entwickelt. Dies gilt natürlich nicht für jede Nebenfigur, die drei Sätze sagt,
aber für die Hauptfiguren und die wichtigeren unter den Nebenfiguren. Wenn der Autor keine Empathie für seine Figuren entwickelt, wird dies auch den Lesern schwer fallen.
Ich habe die „Unendliche Geschichte“ als esoterischen Schwachsinn bezeichnet. Dass ihre Botschaften falsch sind, habe ich deutlich zu machen versucht. Es bleibt noch, die Esoterik aufzuweisen.
Die wichtigsten Punkte sind natürlich die Botschaften der Unendlichen Geschichte selbst, erstens, dass es notwendig sei, alle egoistischen Begierden zu überwinden, eine Botschaft, die für jemanden, der Erlösung im Nirwana sucht, angemessen sein mag, aber nicht für ein elfjähriges
Kind, das versucht, auf dieser Welt zu überleben, und zweitens das Victim-Blaming, das betrieben wird: In vielen esoterischen Kreisen ist es übliche, widrige äußere Ereignisse, die Menschen widerfahren, darauf zurückzuführen, dass etwas in ihrem Inneren nicht in Ordnung sei. Die
„Unendliche Geschichte“ folgt dieser Logik: mit Bastian ist etwas nicht in Ordnung, er kann nämlich nicht lieben, weil er noch zu egoistisch ist, und als er sein Inneres in Ordnung gebracht hat, wendet sein Vater sich ihm zu. (Wie gesagt: realistisch müsste es umgekehrt sein:
erst müsste sein Vater sich ihm zuwenden, und dann könnte Bastian sich auch weiter entwickeln.)
Es gibt auch einige äußere Hinweise für die Affinität von Michael Ende und der „Unendlichen Geschichte“ zur Esoterik: Der wichtigste ist der Spruch auf AURYN: „Tu, was du willst!“ Er findet sich bei Aleister Crowley, einem Esoteriker aus der ersten Hälfte des zwanzigsten
Jahrhunderts. Er findet sich aber auch bei Augustinus. Beide kombinieren ihn mit Liebe: Wer liebt, braucht keine anderen Regeln und Gesetze; alles, was er tut, wird richtig sein. Ich halte dies für falsch: Liebe ist kein Ersaz für Moralphilosophie und Ethik. Vor allem ist Liebe
kein Ersatz für die Achtung vor der Freiheit anderer Menschen. (Hexen, Ketzer und Ungläubige dürfen auch dann nicht verbrannt werden, wenn man es zu deren eigenem Besten tut, konkret, damit sie nicht in der Hölle landen.)
Ein Blick in die Biographie des Autors zeigt, dass er sein Leben lang esoterischem Denken zugetan war.
michaelende.de/autor/biograph…
Da sich mittlerweile herumgesprochen hat, dass die Anthroposophie Rudolf Steiners eine ganze Menge Antisemitismus und Rassismus enthält, wird versucht, seine Bedeutung für Michael Ende herunterzuspielen, indem betont wird, dass er sich in den Jahren auf der Waldorfschule mehr für
Literatur als für Anthroposophie interessierte, dass er auch andere esoterische Autoren las (ohne zu diskutieren, dass diese möglicherweise ebenfalls bei Helena Blavatsky gelernt hatten) oder behauptet wird, dass er niemandes Jünger war (konkret: er folgte keinem bestimmten
Esoteriker, hing aber insgesamt der Esoterik an.) Besonders kurios ist seine Kritik an Rudolf Steiner: Wie vielen Erkenntnismenschen sei ihm nicht klar gewesen, dass man Erlebnisse nicht künstlerisch gestalten kann. Wie kommt er dazu, Rudolf Steiner als Erkenntnismenschen zu
bezeichnen?
Michael Ende hat sich nie von der Anthroposophie verabschiedet. Kurz vor seinem Tod, als klar wurde, dass sein Krebs mit konventionellen Methoden nicht zu heilen sein würde, ist er in eine anthroposophische Klinik gewechselt. (Dies wird in der Biographie nicht ausdrücklich
gesagt; man kann die Klinik aber im Internet finden.)
michaelende.de/autor/biograph…
Liebe Eltern, Großeltern, Onkel und Tanten und sonstige Menschen, die Kinderbücher kaufen: Schenkt euren Kindern nicht die „Unendliche Geschichte“. Verbietet ihnen nicht, sie zu lesen, wenn sie sie von Freunden oder aus der Bibliothek geliehen haben, sondern redet mit ihnen
darüber: sagt ihnen, dass ihr sie liebt, wie sie sind, dass ihr auf ihre Erfolge stolz seid, dass ihr sie aber nicht wegen dieser Erfolge liebt, sondern mit ihren Schwächen und Fehlern. Nehmt in Kauf, dass sie euch bei der nächsten schlechten Note in der Schule an eure Worte
erinnern werden. Schenkt ihnen aber nicht dieses Buch, denn wenn ihr es verschenkt, macht ihr die Botschaft zu eurer eigenen. Selbstlose Liebe, die nicht Erwiderung hofft, ist aber kein wünschenswertes Ziel, und eure Kinder haben das nicht nötig.
Schenkt euren Kindern bessere Bücher: „Harry Potter“, der durchaus selbstlos die Welt retten will, der aber nebenher auch Konflikte mit seinen Freunden und seinen Lehrern hat und der sich freut, ein großes Quidditsch-Talent zu sei, oder die Johnny-Maxwell-Reihe oder die
Tiffany-Aching-Reihe von Terry Pratchett. Es gibt sehr viel gute Fantasy für Kinder, und es gibt auch sehr gute realistische Literatur für Kinder, die spannend ist und lustig und zum Träumen einlädt. Niemand braucht die „Unendliche Geschichte.“
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