Der lange Thread von @OlafGersemann beschreibt die Lage ganz gut. Ungefähr so sehe ich die Lage auch. Klar ist, dass wir ohne schnelle Massnahmen in wenigen Wochen deutlich mehr als 5.000 Fälle pro Tag haben werden. Weshalb könnte die Sterberate geringer als 1. Welle sein?
(2) a) Weil die Positiven jünger sind ist Sterblichkeit geringer. b) Weil mehr getestet wird sind in allen Altersgruppen die Fälle leichter c) Weil die Infektion trotz Maske oder Abstand weniger Viren bei Ansteckung bedeutet könnte Verlauf leichter sein
(3) d) Bessere Beatmungstechnik plus bessere Behandlung (Dexamethason/Gerinnungshemmer...) Trotzdem wird die Zahl der Toten und der schweren Fälle in 6-8 Wochen wieder ansteigen. Und auch bei den schweren Fällen ohne Beatmung muss bei vielen mit #LongCovid gerechnet werden
(4) Wenn man die 2. Welle möglichst flach halten will sollte man folgendes tun: 1. Öffentliche Plätze wo Abstand nicht gehalten wird: Maskenpflicht. 2. Private Feiern: maximal 25 Leute. 3. Schulen: Maskenpflicht oder Luftreinigungsanlagen wenn Lüftung wegen Kälte nicht möglich
(5) (Wirkung der Luftreinigungsanlagen sollte vorher schnellstens getestet werden.) 4. Strategiewechsel der Gesundheitsämter mit Verkürzung der Quarantänezeit und Fokus auf Superspreader. Dazu braucht es Erlass des RKI. 5. Zulassung von Antigenschnelltests für Fieberambulanzen

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20 Jan
(1) Beschlüsse MPK reichen hoffentlich aus, um Wachstum der Variante B117 in Deutschland zu stoppen. Rechnerisch braucht man dafür R Wert von <0,7. Dann kommt B117 nicht voran. Bei jedem Wert >0,7 wächst B117 exponentiell, ersetzt Standardvarianten. m.tagesspiegel.de/berlin/pflegeb…
(2) Es hängt jetzt viel an Umsetzung. Pflicht Homeoffice wäre klar besser gewesen. Schliessung der Schulen hat viele Ausnahmen. Und ffp2 Masken schützen viel besser als OP Masken. Ausgangssperre für 3 Wochen hätte Abendbesuche bei Freunden reduziert. So bleibt grosses Restrisiko.
(3) Realistischerweise werden wir noch Monate mit der Pandemie kämpfen. Weil Impfung bis Ende Mai wenige erreicht. Wie schwer die Monate März, April, Mai werden entscheidet dich in nur 3 Wochen. Daher ist entschiedener Lockdown eine Investition. Eine Beispielrechnung:
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17 Jan
(1) Wieso sollte Lockdown für 3 Wochen verschärft werden nur weil es eine andere Mutation, B117, in UK gibt? Zunächst: wir wissen, das B117 auch bei uns angekommen ist, aber wahrscheinlich <1% der Fälle. Also könnte man abwarten, was passiert? Nein, definitiv nicht. Weshalb?
(2) B117 wächst soviel schneller, dass es fast wie ein anderes SarsCoV Virus zu sehen ist, Pandemie in der Pandemie, die es gilt, zu vermeiden. Noch können wir uns diese neue Pandemie ersparen. Wie schlimm? UK Daten zeigen zweifelsfrei, dass es pro Monat 6-8 mal schneller wächst!
(3) Das bedeutet: beim jetzigen R Wert von etwa 0,9 wächst B117 in gut einem Monat trotzdem 4fach-5fach. Ginge man dann aus dem Lockdown heraus würde B117 genau so explodieren wie in UK nach der Lockerung am 2.12. Die Fallzahlen von B117 stiegen sofort Faktor 10. das heisst:
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14 Jan
(1) Grafik von @TWenseleers zeigt, was zu befürchten war: UK Variante B117 hat in Dänemark ähnliche Dynamik wie in UK. Erste sehr grobe Berechnungen zeigen sogar 70% mehr Ansteckung. Somit wird es unwahrscheinlicher, dass es nur ein epidemiologischer Artefakt in UK war. Bedeutet?
(2) Man kann sich das vorstellen als Beginn einer neuen Pandemie mit einem Virus wie SarsCoV, gleich tödlich, 40-70% ansteckender. Für die Kontrolle einer solchen Entwicklung spielen Impfungen, 30% der Bevölkerung in 5-6 Monaten, keine grosse Rolle. Weshalb?
(3) Weil Verbreitung von B117 dann viel schneller wäre als Impfung! So schnell wie das sich ausbreitet könnten wir kaum impfen selbst wenn genug Impfstoff da wäre. Daher bleibt ehrlicherweise am Beginn dieser neuen Pandemiephase nur 1 Möglichkeit: wir müssen Lockdown verschärfen
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3 Jan
(1) In den nächsten Tagen wird es wieder darum gehen, ob Kinder für Covid ansteckend sind, welche Rolle Schulen spielen. Schnelle Antwort ist: ja, und leider grosse Rolle. Daten sind vielfältig. Beste Analyse ist repräsentative Erhebung aus UK. Sie zeigt: assets.publishing.service.gov.uk/government/upl…
(2) Die Altersgruppe der 12-16 Jährigen hat die höchste Prävalenz von Covid Infektionen. Höher als jede andere Altersgruppe. Nach den Herbstferien stiegen die Werte stark. Bei uns wird es ähnlich sein, fällt aber nicht auf, weil wir Kinder sehr viel seltener testen. Was folgt?
(3) Wenn wir Schulen wieder öffnen wird es unmöglich sein, die Fallzahlen weiter zu senken. Mit grosser Wahrscheinlichkeit hat aus dem gleichen Grund auch der Wellenbrecher Shutdown die Lage nur stabilisiert, aber nicht verbessert. Es bleibt realistischerweise nur Homeschooling
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3 Jan
(1) Der Artikel beschreibt ziemlich genau die derzeitige Lage. Wenn wir jetzt ständig neue Endpunkte neuer Lockdowns verkünden, verlieren wir die Unterstützung der Bevölkerung. Wir brauchen einen langen konsequenten Kraftakt, der die Lage gut kontrolliert. spiegel.de/politik/deutsc…
(2) Damit dieser Lockdown erfolgreich ist darf er nicht auf „Kante genäht“ sein. Der Zielwert 50 ist zu hoch, das hat sich immer wieder gezeigt. Die Gesundheitsämter schaffen die Nachverfolgung realistisch bei Inzidenz von 25. Das sollte das Ziel sein. Es ist erreichbar wenn:
(3) Jetziger Lockdown sollte einfach weiter bestehen bis Zielwert erreicht wird. Falls Kitas und Grundschulen öffnen wird das sicher noch weit in Februar hinein dauern. Aber es lohnt sich. Weil: wenn ein Rückfall nach Lockdown käme könnte es sein, dass UK Mutation B.117 dominiert
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2 Jan
(1) Neue Analyse von @_nickdavies zeigt, wie schnell die neue ansteckendere Variante sich aus dem Süden Englands in den Norden durchsetzt. Es ist sehr alarmierend, dass all dies bei bestehendem Lockdown, fast unbremsbar, abläuft! Das muss bei uns unbedingt vermieden werden. Wie?
(2) Es hilft nur eine Kombi aus Langzeitlockdown und pragmatischer Impfstrategie. Langzeitlockdown könnte so aussehen: Betriebe, Gastro, Gyms, Hotels bleiben zu. Schule setzt Präsenz zunächst weiter aus, maximal Ausnahme für Kita und Grundschule denkbar. Das hält man durch bis:
(3) Die Inzidenz bei 25/100.000/Woche angekommen ist. Selbst wenn es noch weitere 4 Wochen dauert. Der jetzige Zielwert von 50 ist zu hoch um mit die neue Variante abzuwehren. Wenn diese Variante sich erst mal ausgebreitet hat wäre alles noch viel schlimmer. Zur Impfstrategie:
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