Während sich Deutschland angesichts des offen zur Schau gestellten Judenhasses der #documenta15 weiter die Augen reibt, zeigt der heute von @Report_Antisem veröffentlichte Bericht die bittere Realität antisemitischer Normalität. 1/6
Insgesamt erfassten die Meldestellen mehr als 2.700 antisemitische Vorfälle – erneuter Höchststand & ein Anstieg um 40% zum Vorjahr. Die Meldungen reichen von Hasszuschriften über Bedrohungen, Sachbeschädigungen & Angriffen bis zu extremer Gewalt & einem Mord. 2/6
Das zeigt: Antisemitismus wird in Deutschland wieder offener und skrupelloser gezeigt. Schwerpunkte waren auch im vergangen Jahr zum einen die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen, zum anderen pro-palästinensische Demonstrationen im Kontext des arabisch-israelischen Konflikts. 3/6
Was sich auf der #documenta15 gerade prominent zeigt, unterstreicht dabei auch der Jahresbericht: Israelhass und Judenhass lassen sich nicht trennen. Israelbezogener Antisemitismus geht nahtlos in klassischen Judenhass, den Jüdinnen:Juden direkt erleben 4/6
Die wichtige Arbeit unabhängiger Meldestellen nimmt die Stimmen Betroffener ernst & und hilft, das nach wie vor gewaltige Dunkelfeld antisemitischer Vorfälle weiter auszuleuchten. Der weitere Ausbau regionaler Meldestrukturen leistet dazu einen unverzichtbaren Beitrag. 5/6
Antifeminist*innen machen Welle: Egal ob Sexualstrafrechtsreform, #MeToo oder Selbstbestimmungsgesetz - überall droht der Backlash. Geht ihnen nicht auf dem Leim! Antifeministische Behauptungen erkennen & widerlegen mit unserem neuen Online-Tool🧵1/6 gegen-antifeminismus.de
Organisierter Hass und Gewalt in den Kommentarspalten hat oft einen gemeinsamen Nenner: Antifeminismus und Queerfeindlichkeit! Antifeminismus bedroht Einzelpersonen & feministische Organisationen, die aus dem Diskurs ausgeschlossen werden sollen. 2/6
Dennoch bleibt geschlechtsspezifische Gewalt in Deutschland immer noch ein Randthema, das wenig politische Aufmerksamkeit erfährt. Aber Achtung! Für Antifeminist*innen ist das Thema ein gefundenes Fressen, um rassistisch und queerfeindlich zu hetzen! 3/6 gegen-antifeminismus.de/gewalttaetig-g…
Rechtsextremer Alltagsterror in Sachsen: In #Taucha kam es am 22.06. zu einem entsetzlichen rechtsextremen Übergriff auf einen 14-Jährigen. Der Betroffene wurde über Stunden eingeschüchtert, drangsaliert und geschlagen. 🧵 1/6
Der Jugendliche wurde unter Androhung von Gewalt gezwungen, sich bis auf seine Unterhose auszuziehen. Er wurde für ein linkes Graffiti verantwortlich gemacht, die Rechtsextremen liefen mit ihm kilometerweit durch die Gegend, um nach weiteren Graffitis zu suchen. 2/6
Der Betroffene wurde gezwungen sich auf einem Video für das Graffiti verantwortlich zu zeigen. Außerdem wurde er “verhört”, sollte sich zu seiner politischen Orientierung erklären und Freund*innen namentlich nennen. 3/6
In der Nacht zum Samstag eröffnete ein bewaffneter Täter, am Vorabend der Osloer Pride, vor der beliebten seit 1979 bestehende Schwulenbar London Pub das Feuer, um mutmaßlich gezielt queere Menschen zu ermorden. 2/9
Der Täter erschießt zwei Männer, einer zwischen 50 und 60 Jahre alt, der andere zwischen 60 und 70, und verletzt 21 weitere Menschen, 10 davon schwer. Die norwegischen Behörden stufen die Tat als islamistischen Terroranschlag ein. 3/9
Die Vorstellung des #Verfassungsschutzberichts erweckt den Eindruck eines fachlichen Qualitätssprungs. @NancyFaeser und #Haldenwang erwähnen Verschwörungserzählungen, rechtsterroristische Online-Milieus, Desinformation und Corona-Radikalisierung. Doch es bleiben Leerstellen:
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Verschwörungserzählungen werden als wesentlicher Radikalisierungsmotor der Demokratiefeindschaft benannt. Das ist gut – dennoch bleibt das große Problem, dass der VS die entsprechende Radikalisierung aus dem #Rechtsextremismus ausklammert und damit entpolitisiert.
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In der Querdenker-Bewegung vereinen sich Verschwörungsdenken, #Rechtsextremismus, #Antisemitismus & Demokratiefeindschaft. Das ist die DNA rechtsextremer Ideologie. Wer die Phänomene auseinander rechnet, spielt Demokratiefeinden im Gewand von Corona-Protestlern in die Hände.
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#KeinVergessen: Wir gedenken des 29-Jährigen vietnamesischen Vertragsarbeiters Nguyễn Văn Tú, der heute vor 30 Jahren von einem 21-Jährigen Rechtsextremen in Berlin-Marzahn vor den Augen vieler Passant:innen ermordet wurde.
Zuvor kam es zu einem Angriff deutscher Jugendlicher auf Vietnames:innen, die vor einem Supermarkt Verkaufsstände betrieben. Der 29-jährige Nguyễn Văn Tú stellte die Angreifer zur Rede – und wurde vom 21-jährigen Täter unvermittelt mit einem Butterflymesser attackiert. 2/9
Nguyễn Văn Tú kam im Jahr 1987 als Vertragsarbeiter in die #DDR und arbeitete zunächst im Gummikombinat im thüringischen Waltershausen.
Einen Großteil seiner Einkünfte schickte er an seine Eltern und Geschwister in #Vietnam. 3/9
#KeinVergessen: Wir gedenken des 50-jährigen Horst Gens, der heute vor 25 Jahren in Sassnitz auf der Mecklenburg-Vorpommerschen Insel Rügen ermordet wurde. 1/7
Am 22. April entführen vier junge Männer den zu diesem Zeitpunkt arbeitslosen Horst Gens. Die zwischen 18 und 29 Jahren alten Täter schlagen und misshandeln ihn, schließlich werfen sie ihn in einen Straßengraben. 2/7
Einige Zeit lassen sie von ihm ab, kehren aber später an den Tatort zurück. Es folgt der Schlag mit einem 30 Kilogramm schweren Stein, der Horst Gens schließlich sein Leben kostet. Mehr ist über den konkreten Tathergang nicht bekannt, noch weniger über Horst Gens selbst. 3/7