1/15 Otto N. und die #Klimakatastrophe.
Oder: Warum das Wissen um die #Klimakrise so wenig an unserem Verhalten ändert.
Ein Thread.
#KognitiveDissonanz #Klimaschweigen
#AlleFuersKlima
@FridayForFuture
(dh)
2/15 Otto sitzt im Auto. Im Radio läuft ein Beitrag zur #Klimakatastrophe: Treibhausgase verursachen #Erderhitzung. Autos produzieren Treibhausgase. Wenn wir so weitermachen wie bisher, dann haben wir vielleicht bald keine Chance mehr, den #Klimawandel aufzuhalten.
3/15 Otto will nicht, dass wir unsere Lebensgrundlage verlieren. Aber er fährt Auto. Otto merkt: Sein Handeln steht im Widerspruch zu seinen Wünschen und Zielen. Das führt zu einem unangenehmen Spannungszustand.
4/15 Dieser Spannungszustand wird durch #KognitiveDissonanz verursacht (Festinger, 1978). Diese Kognitive Dissonanz entsteht durch widersprüchliche Kognitionen - zB wenn wir entgegen unserer Werte, Überzeugungen oder Gefühle handeln.
5/15 In diesem Thread sollen drei Fragen beantwortet werden:
1⃣Welche Möglichkeiten hat Otto, um mit der Kognitiven Dissonanz umzugehen?
2⃣Wieso ist es so unwahrscheinlich, dass Otto sein Verhalten ändert?
3⃣Warum politischer Protest die beste Dissonanzreduktion ist.
6/15 Grundlegend: Dissonanz ist für uns alle eine Quelle sehr unangenehmer Gefühle. Deshalb ist es normal, dass Otto vor allem eines will: die Spannung loswerden.
Dafür hat er sehr viele Möglichkeiten. Vier Beispiele:
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Beispiel 1:
Otto ändert sein Verhalten: Er entscheidet sich, sein Auto zukünftig stehen zu lassen und aufs Fahrrad umzusteigen.
Beispiel 2:
Otto ändert die Situation: Er wechselt den Radiosender und denkt nicht weiter über die #Klimakatastrophe nach. (➡️ #Klimaschweigen)
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Beispiel 3:
Otto rechtfertigt sein Verhalten durch Fehlverhalten anderer: Er denkt: “Die Greta produziert ja auch CO2 mit ihrer Atlantiküberquerung. Und die Aktivisten haben ja selbst alle Smartphones!“
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Beispiel 4:
Otto entwertet die Quelle: Er denkt: “Die Wissenschaftler wollen sich durch die CO2-Kirche nur die Taschen füllen”. (➡️ #Klimawandelleugnung)
10/15 Wir sehen also: Verhaltensänderung ist nur eine von vielen Möglichkeiten, die Kognitive Dissonanz zu reduzieren, die im Zusammenhang mit der Klimakrise auftritt. Tatsächlich nutzen nur sehr wenige von uns diese Strategie. Warum ist das so?
11/15 Einfach gesagt: Weil es in unserer Gesellschaft kaum möglich ist auf diesem Weg die Dissonanz zu reduzieren! Im Falle der #Klimakrise kann eine einzige Verhaltensänderung die Kognitive Dissonanz kaum lösen.
12/15 Denn Otto hat wir wir alle ein Bedürfnis danach, sich konsistent zu verhalten. Und wenn er sich entscheidet, sein Auto stehen zu lassen, dann merkt er, dass das noch lange nicht ausreicht. Konsumverhalten, Urlaube, Ernährung... Er müsste sehr viel ändern.
13/15 Das Problem: Es ist für die meisten viel einfacher wegzuhören, sich zu rechtfertigen oder zu leugnen, als etwas am Verhalten zu verändern.
14/15 ➡️ Die aktuell beste Form der Dissonanzreduktion? Protest!
Fordert Zugfahrten, die günstiger sind als Flüge🚄, eine funktionierende Fahrradinfrastruktur🚴♀️, eine schnellere Energiewende☀️, etc.
📢Fordert, dass ein klimaneutrales Leben für Otto eine realistische Option wird.
15/15 Und bitte:
Hört auf das Unmögliche von euch zu verlangen!
Verlangt lieber, dass eine Dissonanzreduktion durch klimaneutrales Verhalten endlich gefördert und überhaupt möglich gemacht wird. Von denjenigen, die es möglich machen könnten! @spdbt @cducsubt
Streikt mit!
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