Quer durch Europa herrscht #Pflegenotstand. Multinationale Konzerne und Finanzfonds drängen in den Sektor und übernehmen immer mehr Altenheime. Monatelang haben wir @investigate_eu zu dem Milliardengeschäft Altenpflege recherchiert und beunruhigende Entwicklungen aufgedeckt (1/x)
Für die Konzerne ist es das ideale Geschäft. Die Gesellschaft altert, der Staat zahlt meist einen Teil der Pflege und wenn Menschen sich den Rest nicht leisten können, springt auch hier der Staat ein. (2/x)
Immer mehr Private-Equity-Unternehmen kassieren staatliche Gelder und zahlen dank komplexen Eignerstrukturen und einem Sitz in Offshore-Zentren wie der Jersey-Insel kaum bis gar keine Steuern. Wir haben die größten Akteure recherchiert. (3/x)
investigate-europe.eu/de/2021/privat…
Auch internationale Pflegekonzerne kaufen reihenweise Ketten auf. Wollen Pfleger*innen dort bessere Bedingungen und Bezahlung durchsetzen, werden sie mitunter mit harten Bandagen bekämpft. Betriebsräte werden fristlos gekündigt oder in ihrer Arbeit behindert. (4/x)
Nach unseren Recherchen haben die größten Konzerne ihre Kapazität binnen fünf Jahren um 22 Prozent ausgeweitet. Sie übernehmen damit einen wichtigen Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Das sind laut unseren Recherchen die Marktführer: (5/x)
investigate-europe.eu/de/2021/groess…
Um Gewinne zu erwirtschaften, sparen die Pflegekonzerne offenbar auch am Personal. Weniger Personal, bedeutet meist eine schlechtere Versorgung der Pflegebedürftigen. Davon haben uns viele Angehörige und Pflegekräfte berichtet. (6/x)
Staaten statten ihre Kontrollbehörden meist nicht ausreichend aus. Kontrolleure berichteten uns, von Unterbesetzung und Überlastung. Prüfungen bleiben deshalb aus. Mindeststandards können nicht durchgesetzt werden. (7/x)
Ein düsteres Bild. Doch Beispiele aus Norwegen und Österreich zeigen, dass eine andere Pflege möglich ist. Dort haben Regierungen gehandelt und den Pflegesektor neu geregelt. Unsere vollständige Recherche gibt es hier: (8/x) investigate-europe.eu/de/2021/millar…
Heute ist der Artikel zu der Recherche auf deutsch von @hsc55 und mir exklusiv im @tagesspiegel erschienen: (9/x) tagesspiegel.de/gesellschaft/d…
Auch in vielen anderen europäischen Staaten erscheinen heute die Artikel meiner Kolleg:innen und Recherchepartner:innen über das Geschäft mit der Altenpflege. In der Schweiz veröffentlicht @RepublikMagazin die Recherche exklusiv (10/x) republik.ch/2021/07/16/pro…
Weitere Artikel, Interviews, Hintergründe und Daten findet ihr auf unserer @investigate_eu-Website: (11/x)
investigate-europe.eu/de/2021/millar…
Umfangreiche Recherchen wie diese sind nur möglich, weil uns viele Leser*innen bereits jetzt unterstützen. Wenn euch die Recherche gefällt, freuen wir uns, wenn ihr unsere Arbeit mit einer Spende unterstützt. Wie das geht, erfahrt ihr hier: (12/12) investigate-europe.eu/de/spenden/

• • •

Missing some Tweet in this thread? You can try to force a refresh
 

Keep Current with Nico Schmidt

Nico Schmidt Profile picture

Stay in touch and get notified when new unrolls are available from this author!

Read all threads

This Thread may be Removed Anytime!

PDF

Twitter may remove this content at anytime! Save it as PDF for later use!

Try unrolling a thread yourself!

how to unroll video
  1. Follow @ThreadReaderApp to mention us!

  2. From a Twitter thread mention us with a keyword "unroll"
@threadreaderapp unroll

Practice here first or read more on our help page!

More from @nico_schmidt

25 Feb
Konzerne wie Google vermeiden in der EU im Jahr 70 Mrd Euro Steuern. Damit könnte bald Schluss sein. Denn der Rat der EU bringt heute ein wichtiges Gesetz auf den Weg. Nach @investigate_eu-Infos verhinderte die Bundesregierung die Reform jahrelang. (1/x)

investigate-europe.eu/de/2020/im-sch…
Bisher können multinationale Konzerne einen Großteil ihrer Gewinne an Briefkastenfirmen in Ländern mit Dumpingsteuersätzen verschieben, etwa in die Niederlanden oder Irland. Alleine Google entzieht EU-Staaten im Jahr so knapp 20 Milliarden Euro. (2/x)
Wie viel Steuern die Konzerne wo zahlen, ist unbekannt. Die EU wollte deshalb eine Berichtspflicht für Konzerne wie Amazon oder Google einführen. Die Hoffnung: Öffentlicher Druck könnte dazu führen, dass Unternehmen dort Steuern zahlen, wo sie Gewinne erzielen. (3/x)
Read 9 tweets
23 Feb
Der bisher kaum bekannte Energiecharta-Vertrag könnte EU und Mitgliedsstaaten Hunderte Milliarden kosten und daran hindern, ihre Klimaziele zu erreichen. Das ist das Ergebnis unserer @investigate_eu-Recherche, die ab heute europaweit erscheint. (1/x)

investigate-europe.eu/de/2021/energi…
Unsere neue @investigate_eu-Recherche zeigt: Der Energiecharta-Vertrag erlaubt es Energieunternehmen, Staaten vor internationalen Schiedsgerichten auf Milliardenentschädigung zu verklagen, wenn diese sich durch notwendige Klimamaßnahmen unfair behandelt fühlen. (2/x)
Einst sollte die Energiecharta Anfang der 90er Jahre Investitionen in neuen Demokratien mit unsicheren Rechtssystemen schützen. Das Abkommen ist vage formuliert. Europäische Konzerne wie RWE oder Vattenfall nutzen es nun auch, um gegen EU-Staaten zu klagen. (3/x)
Read 12 tweets
27 Sep 18
Seit den Ausschreitungen in Chemnitz vor einem Monat haben allein Opferberatungsstellen mind. 52 Fälle rechter Gewalt und Straftaten gezählt außerhalb der sächsischen Stadt. Ich habe weitere recherchiert. Ich dokumentiere sie hier. THREAD
(1/71) 26.8.: In Berlin-Adlershof soll ein Unbekannter einen Mann, dessen Frau und drei Kinder (drei bis zehn Jahre alt) beleidigt haben. Dann habe er, so die Polizei, seinen Hund auf die Familie gehetzt.
(2/71) 26.8.: Mit Freunden aus den USA zieht der frühere Fußballprofi des FC Ingolstadt, George Mbwando über den Barthelmarkt im bayerischen Oberstimm. Dann kommen sechs Männer, erinnert sich Mbwando später, beleidigen ihn rassistisch und schlagen ihm ins Gesicht.
Read 73 tweets

Did Thread Reader help you today?

Support us! We are indie developers!


This site is made by just two indie developers on a laptop doing marketing, support and development! Read more about the story.

Become a Premium Member ($3/month or $30/year) and get exclusive features!

Become Premium

Too expensive? Make a small donation by buying us coffee ($5) or help with server cost ($10)

Donate via Paypal Become our Patreon

Thank you for your support!

Follow Us on Twitter!

:(