Werner der Champ wernerderchamp.bsky.social Profile picture
ITler 🖥Twittert über Energiewende, Digitalisierung und sonstige "Neulandthemen" Erklärt gerne, wenn auch zugehört wird ❗Tweets könnten Satire enthalten😇

Jul 7, 2022, 10 tweets

Schaut man aktuell in Europa auf die Future-Märkte für #Strom, wird einem schlecht. Das hier sind Börsenpreise von 33ct/kWh, normal wären 4-8ct/kWh!
Hier braut sich eine #Strompreis-Katastrophe zusammen.
Ich versuche hier mal die Situation zu erklären 🧵
#Preisdeckel #Gaspreise

Über diesen Future kann man jetzt Strom kaufen, der aber erst 2023 geliefert wird. Das ist natürlich nur ein kleiner Teil des Strommarktes - ein Stromanbieter kann seinen Strom auch erst am Tag zuvor kaufen. Was billiger ist, ist natürlich immer Spekulation.

Und anscheinend haben Händler gerade Angst vor sehr hohen Preisen, und sichern sich ab. Allerdings liegt genau in diesem so genannten Day-Ahead Markt das Problem. Der Preis ist für jede Stunde anders, je nach Angebot und Nachfrage.
So funktioniert die Preisbildung:

Alle Kraftwerke geben ein Gebot ab, wie viel Geld sie für ihren Strom mindestens wollen. Zum Schluss wird nach Preis sortiert und das teuerste Gebot, für das es noch Nachfrage gibt, bestimmt den Preis für alle, auch die, die weniger geboten haben.
Schemenhaft sieht das so aus

EEG stehen ganz vorne, da sie ges. Vorrang haben. An der Preisgestaltung wirken sie nur indirekt mit, indem sie andere Kraftwerke verdrängen
Bei Atom sieht man einen zweiten Effekt, geboten wird der Preis wo "abschalten" billiger ist als einspeisen, nicht der kostendeckende Preis

Unter Umständen gibt es so auch negative Gebote, vor allem wenn das Kraftwerk noch anderweitig Geld verdient (z.B. Regelleistung oder Fernwärme). Wenn dann so viele Erneuerbare am Netz sind, dass solche Gebote die höchsten sind, kann der Strompreis dadurch auch negativ sein.

Aber zurück zur aktuellen Situation. Die #Gaspreise gehen aktuell durch die Decke. Das bedeutet, dass die GasKW natürlich auch sehr hohe Gebote abgeben. Wenn diese zum Zug kommen, kassieren ALLE die Extrempreise. Das sind diese #Übergewinne, von denen aktuell gesprochen wird.

Aktuell scheinen dadurch auch andere Marktteilnehmer höhere Gebote abzugeben und es angesichts verfügbarer günstigere Kohle mehr Gas im Netz als nötig. Woran das liegt ist unbekannt.
Es sieht aber verdächtig nach #Preistreiberei aus.
#Marktversagen

#Scholz, #Habeck und #Lindner müssen hier eingreifen, sonst wird das Ganze eine massive #Umverteilung zu Lasten der Haushalte und der #Industrie. Gestiegen sind lediglich die Preise für #Steinkohle und #Erdgas. 80% unserer Stromerzeugung kosten genauso viel wie zuvor.

Es muss daher dafür gesorgt werden, dass nur die tatsächliche Preissteigerung weitergegeben wird, und nicht auf einmal alle ihren Strom für das x-fache verkaufen können.

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