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In Umsatzkrisen reklamieren Wirte, seien sie Kollektive oder Einzelbosse, für ihre $Clubs oft den Schild Kultur. Musik, der ganze Pop
sei schützenswert, es gebe eine Ökologie der Freizeitgestaltung. Das war so, als der Club A.R.M. in #Kassel es vor Jahren fertigbrachte, eine Demo für sein Fortbestehen auf die Beine zu stellen. Das ist so in Berlin, wo in der Ausgehsperre das Corona nicht mehr fließt. Dem
berühmtesten aller Clubclubs, nein nicht das Berghain, dem Pudel in HH wird es ebenso ergehen. Seine Mentoren waren bereits vor langer Zeit in der Hochsubvention angekommen: im Theater, auf Medienfestivals. Im Kasseler Osten versucht man es mit kleinen (geldlichen) Mitteln als
"Weltsubkulturerbe" - der Bergpark, wo der Verbrecher Wilhelm II mal im Schloss hauste, ist nämlich Weltkultur. Kultur wird geschützt, gespeichert. Wird aus dem Kommerz herausgenommen. Kultur ist das Vorbild für die große #Enteignung und Wiedereinsetzung des helfenden Staates,
der als letzter Rückzug das Risiko trägt, backupt, Clubs rettet. An anderer Stelle hatte jemand im WRKSHP bereits einmal erkannt, dass Clubs nicht sterben. Nur Menschen sterben. Clubs gehen pleite. Wenn sie vom Staat bezahlt werden, sind sie Sozialstationen. Warum also berufen
sich die Clubbetreiber, die GmbH und gGmbH, die Firmen, Unternehmen und Klitschen, die e.V. mit Geschäftsbetrieb und outgesourcten Raumpflegerinnen nicht aufs Soziale? Oder wie die Kirchen mit ihren Jugendclubs auf Religion? Mal vulgärökonomisch durchdekliniert ist es so:
Wenn die Hilfen jetzt kommen, zum Beispiel fürs #SO36, wo es Lohnstress gab mit/für Thekenkräfte, wo der Punk der Geschäftstüchtigen naja "pogt", bezahlen das nicht so oder so die Lohnabhängigen aus ihrer Tasche? Was ist denn in dieser Tasche drin? Wer verwaltet sie? Der
Kulturattachésenatordezernent? Wie wird eine Wirtin Wirtin? Wird sie es über ihren Kulturanspruch? Oder die Promotion in Bierästhetik? Mal so: Nimmt "der Staat" über seine Bank bei anderen Banken Kredit auf für die Subvention, zahlt die DJane in ihren geilen wippenden
Nachtschichten diese Kredite dann bis sie mit 42 und selbstständig Kalkbrenner ("PK") endlich mal supporten durfte zurück? In Kassel wird eine Wiese im Park vor einem Schlösschen für PK vermietet - von der Stadt selbst. Die Sparte Kultur ist die Sparte Freizeitsektor. Sonst
nichts. Dass in diesem Sektor das ein oder andere "wahre" artikuliert wird und Second Homes entstehen, weil die Mietwohnungen eh zu beschissen klein und teuer sind, ändert nichts am Warencharakter der Clubs mit ihrer Priesterschaft und ihren Hegemanns.
Yelena Simc
Foto: Matze Schmidt, negativ.
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