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Feb 8, 2022, 24 tweets

Update #Ukraine .
Im Überblick:
- Washington "verschiebt" die russische Invasion auf unbestimmte Zeit,
- Kiew will US-Systeme THAAD in Ost-Ukraine stationieren,
- #Macron kommt zu #Putin für Verhandlungen,
- Minsk droht Kiew mit einem Spritboykott.
Details im Thread👇
(1/24)

USA haben die russische "Invasion" der #Ukraine auf unbestimmte Zeit verschoben.
Erst hieß es ja, es werde im Dezember passieren.
Dann Januar.
Dann Anfang Februar.
Nun will man meine keine Daten mehr nennen und bezeichnet die "Invasion" auch offiziell nicht mehr "unausweichlich".

Sicherheitsberater der US-Regierung Jake Sullivan erklärte stattdessen ganz salopp, die Invasion könne vielleicht "jeden Moment" passieren oder auch nicht.
Die Invasion könnte "an jedem beliebigen Tag passieren oder in ein paar Wochen, oder Russland wird doch Diplomatie wählen."

Diese Aussage von Sullivan ist natürlich absolut nichtssagend, andererseits zeigt sie gut, wie schlecht und tendenziös all die Prognosen einer angeblichen Invasion sind und auch schon immer waren.
Jedes Jahr passiert so ziemlich das gleiche👇
(4/24)

Zugleich bietet die von Sullivan gewählte Formulierung einen ziemlich praktischen Blankoscheck.
Jedes Mal wenn ein Konflikt wieder die Menschen beschäftigen muss, holt man das Schreckgespenst "die Russen kommen" raus, weil ja "jeden Moment" irgendwas passieren könnte😬
(5/24)

Ob die USA selbst an eine russische Invasion glauben, ist unklar.
Als Vorwand für die weitere Aufrüstung wird dieses "Szenario" jedenfalls ausgiebig genutzt.
Der bereits neunte US-Transporter brachte tonnenschwere Militärfracht in die #Ukraine .
#Ukrainekrise
(6/24)

Zur Erinnerung.
Erst vor wenigen Tagen kamen der 7. und 8. Transporter 👇
Im Prinzip übergeben die USA derzeit also eine Waffenlieferung pro Tag an Kiew.
Durchschnittlich brachte ein solcher Transporter bislang 80 Tonnen.
#UkraineConflict
(7/24)

Es sind also Tonnen über Tonnen, die Washington derzeit in die #Ukraine verlegt.
Hinzu kommen britische und polnische Waffenlieferungen.
Erst gestern wurde bekannt, dass Warschau weitere Minenwerfer LMP-2017 und Granatenwerfer RGP-40 an Kiew übergeben will.
#UkraineCrisis
(8/24)

Gleichzeitig dazu verlegen die USA ihre Truppen nach Osteuropa.
So sind am 4. Februar über 200 US-Panzerfahrzeuge in Polen angekommen, dazu natürlich das gesamte "begleitende Personal".
Die Einheiten kamen aus #California , #Washington und #Oregon .
#Poland
#Ukrainekrise
(9/24)

In der #Ukraine selbst gehen unterdessen die Vorbereitungskurse für die sog. "Kräfte der territorialen Verteidigung" weiter.
Jugendliche werden mit Holzkalaschnikows gedrillt, die angeblich bevorstehende russ. Invasion abzuwehren.
Hier einige Screenshots.
#UkraineCrisis
(10/24)

Trainingsmunition gibt´s nicht, deshalb werden Schüsse mit den klassischen "pam!pam!pam!"-Rufen simuliert.
Hier Screenshots aus einem anderen Video.
Die Videos in voller Länge gibt es (aufgrund der undurchsichtigen Twitter-Beschränkungen) wie gehabt bei mir auf Telegram.
(11/24)

Für Aufregung sorgte zuletzt zudem ein Interview, in dem ein ukr.Soldat eingestand, es gäbe "nicht so viele" Menschen in der Ost-Ukraine, die ukr. Truppen unterstützen.
Mehr noch, die lokale Bevölkerung hilft sogar der Gegenseite.
Auch dieses Video findet ihr auf Telegram.
12/24

Unterdessen hat Kiew gefordert, dass die USA ihre Militärkapazitäten direkt vor Ort stationieren.
So will Kiew von Washington die Stationierung der THAAD-Systeme in Charkiw.
Das System könnten 1000km ins russ. Landesinnere "schauen".
#UkraineKonflikt #Ukraine
(13/24)

Kreml-Sprecher Peskow reagierte darauf mit den Worten, dass eine solche Stationierung nur ein weiterer Schritt zur Destabilisierung der Lage wäre.
In Russland gingen bereits Debatten los, mit welchen Raketensystemen man die THAAD in Charkiw kontern würde
#Donbass #Donbas
(14/24)

In der Zwischenzeit ist #Macron nach Moskau gereist, um mit #Putin zu verhandeln. Die Verhandlungen dauerten stundenlang bis in die tiefste Nacht.
Paris will offensichtlich eine aktivere Rolle in den Ukraine-Vermittlungen einnehmen und Berlin in gewisser Weise "überholen"
(15/24)

Nur einen Tag vor der Moskau-Reise gab #Macron ein Interview, indem er überraschend eine relativ neutrale Linie einnahm.
Er erklärte, dass "eine neue Balance" zwischen EU und RUS gefunden werden muss, wobei russische Sicherheitsinteressen respektiert werden müssen.
(16/24)

Man sollte den Macron-Vorstoß allerdings auch aus der innenpolitischen Sicht betrachten.
In zwei Monaten sind in Frankreich Präsidentschaftswahlen.
Andere Kandidaten sind bereits mit sicherheitspolitischen Vorschlägen vorgeprescht. Macron muss in diesem Bereich auch punkten
(17/)

Schließlich kam auch aus #Belarus ein Seitenhieb gegen Kiew.
Minsk drohte damit, der #Ukraine die Lieferungen von Öl und Sprit zu kappen, falls ukr.Truppen eine Offensive gegen die Donbass-Republiken starten werden. Sogar ein militärisches Eingreifen sei möglich.
#Donbas
(18/24)

Gleich am nächsten Tag landete Lukashenko auf der berüchtigten ukr.Seite Mirotworez.
Auf der Seite werden "Staatsfeinde" der #Ukraine gelistet.
Im Prinzip ist es nichts anderes als eine Abschussliste, wo in der Rubrik "Fegefeuer" auch private Adressen der "Feinde" gelistet werden

In Schlagzeilen rückte die Seite bsp., nachdem die ukr.Oppositionellen Oles Busyna und Oleh Kalaschnikow vor ihren Wohnhäusern ermordet wurden. Beide wurden nur einen bzw. zwei Tage zuvor samt vollständiger Adressen im „Fegefeuer“ eingetragen.
#Ukraine #UkraineConflict
(20/24)

Im Mai 2016 kam es auch zu einem internationalen Skandal, als Mirotworez über 4000 Namen, Telefonnummern und E-Mails von in- und ausländischen Journalisten, die aus der Ostukraine berichtet hatten, veröffentlichte.
Darunter waren Journalisten von AFP, Le Monde, BBC, Reuters, etc.

Auch Deutsche sind auf der Seite der "Staatsfeinde der Ukraine" gelistet.
Darunter der deutsche Diplomat Ischinger, Bundestagsabgeordneter Hunko, Ex-Kanzler Schröder, seit kurzer Zeit auch Vize-Admiral Schönbach und viele Andere.
#Ukraine #UkraineCrisis
(22/24)

Nichtsdestotrotz zeigt sich die Bundesregierung in dieser Frage bislang absolut zahnlos.
Auf eine entsprechende Anfrage von @AndrejHunko erklärte man, man habe "keine Erkenntnisse zur
Beteiligung ukr. Behörden".
Man verurteile aber die Seite sowie fordere ihre Löschung.
(23/24)

Die Antwort ist natürlich absolut scheinheilig.
Die Seite war kurzzeitig off, seit Langem aber wieder in Betrieb.
Dass ukr. Behörden, darunter das Innenministerium, dort involviert sind, wird u.A. in OSCE-Berichten geführt.
Man verschließt da bewusst die Augen.
#Ukraine
(24/24)

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