K1 (9) kam heute aus der Schule und erzählte, dass sein Schulfreund sehr traurig sei. Ich fragte weshalb.
Was nun kam, traf mich mitten ins Herz und bewegt mich bis jetzt sehr.

Sein Schulfreund ist ein Kind mit Migrationshintergrund. Er ist in Deutschland geboren.
Seine Eltern kommen aber aus der Ukraine. Die Großmutter wohnt noch dort. Dieser kleine Junge war völlig aufgelöst und erzählte unter Tränen, dass er Angst um seine Oma hat. Er befürchtet, dass er sie nie wieder sieht. Meinen Sohn traf das sichtlich bis ins Mark.
Er fragte mich, ob ich auch hier bleiben müsse, wenn der Krieg kommt. Sein Freund erzählte ihm, dass alle Männer in der Ukraine das Land nicht mehr verlassen dürfen, weil sie zur Landesverteidigung eingesetzt werden sollen.
Der Vater eines dort wohnenden Freundes wurde zur Armee eingezogen und er hat nun Angst, dass er den Papa nie wieder sieht. Mein Sohn erzählte, dass viele Menschen nun flüchten müssen, oft nur einen Koffer dabei hätten. Er machte sich Gedanken um die eigene Flucht vor dem Krieg.
Er machte sich Gedanken um seine Mama, seinen kleinen Bruder, die Katze und seine zwei Meerschweinchen. Er könne sie nicht zurücklassen. Sie hätten niemand, der sie dann füttert.

Und er hat Angst um mich, weil er befürchtet, dass ich hier bleiben muss und dann sterbe.
Gedanken eines Kindes.
Sorgen eines Kindes.
Beängstigend.
Grausam.
Real.

Es gibt Kinderfragen, die niemals gestellt werden sollten.
Es gibt Kindersorgen, die niemals hätten aufkommen dürfen.

Welche Welt übergeben wir unseren Kindern?
Wir sind gescheitert!
》Die Armeen aus Gummibärchen.
Die Panzer aus Marzipan.
Kriege werden aufgegessen.
Einfacher Plan.
Kindlich genial.《

Grönemeyer hatte recht.
Wir sollten die Welt lieber mit Kinderaugen sehen.
Es wäre besser für uns Alle.

#IStandWithUkraine🇺🇦

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Nov 26, 2021
Ich habe nun sehr lange überlegt, ob ich schreibe. Angesichts dieser völlig beschissenen Lage, diesem epochalen politischen Versagen und diesen ganzen Arschlöchern da draußen, möchte ich aber, dass ihr mal merkt, dass Eure "Helden" nicht unverwundbar sind.
2 Jahre Corona. Zig Lockdowns, zig Querdenker-Clowns, zig mal Quarantäne, dumme politische Entscheidungen und der Glaube, dass das med. Personal es schon wieder richten wird. Völlige Planlosigkeit, völlige Ignoranz, grenzenlose Blödheit und die Hoffnung, dass alle durchhalten.
Die Angst sich auf Arbeit zu infizieren. Das Leid, die Qual und den Tod täglich vor Augen. Die Kinder ungeimpft und schutzlos in ihrer Schule und der Kita ausgeliefert. Immer darauf wartend, dass sich einer von beiden infiziert und meine ganze Familie erkrankt.
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Oct 10, 2021
Ich möchte nur mal daran erinnern, dass zur #BerlinerKrankenhausbewegung gerade ein weiterer Konflikt zu eskalieren droht.

Am Freitag war 1. Tarifrunde für den Tarifvertrag der Länder (TVL). Da geht es u.a. um die Gehälter des Pflegepersonals in den Universitätskliniken.
Der Niedersächsische Finanzminister #Hilbers (#CDU), seines Zeichens Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite (TdL), ließ mit den Respektlosigkeiten nicht lange auf sich warten.

Respektlos ist da schon bald der falsche Begriff. Unterirdische Kackscheiße trifft es eher.
Es ist jetzt kein Witz. Man sagte wirklich, dass...

...es keinen Fachkräftemangel gebe. Höchstens lokal und nur kurz.

...es kein Nachwuchsproblem in der Pflege gibt.

...mehr Gehalt nicht drin sei, weil man Kredite abzahlen müsse und man sonst Stellen streicht.
Read 9 tweets
Oct 9, 2021
Wisst ihr was mir ganz derb auf den Kranz geht? Diese Diskussion um den Pflegeschlüssel.

Das nervt mich mitunter so sehr, dass ich mich richtig in Rage reden kann. Egal mit wem ich da eine Unterhaltung führe. Der Letzte den ich so umgefahren habe war unser OA.

Und das kam so.
Vor einigen Wochen nahm mich der Oberarzt (OA) beiseite und fragte, wie lange man noch gedenkt die 2 Betten zu sperren. Schließlich sind wir eine große Klinik und falls mal einer meiner Angehörigen...blaaa blaaa...

Ab dem Punkt war ich bereits auf Betriebstemperatur.
Warum argumentiert man immer mit den eigenen Angehörigen? Warum soll das eine 1:3 oder 1:4 Pflege rechtfertigen? Warum sollen wir die miese Personalpolitik der letzten Jahre ausbaden? Und warum sind eigene Angehörige mehr wert als jeder andere Mensch?

Bringt mich auf die Palme.
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Oct 8, 2021
Gestern war unsere Stationspsychologin bei mir und sagte, dass sich die Angehörigen einer Patientin für das Gespräch bedankt haben, welches ich mit Ihnen geführt habe. Sie fühlten sich gut aufgehoben und ich habe ihnen ein Stück weit die Angst genommen.
Ja, auch das ist eine Aufgabe der Profession Pflege. Ob das nun vergütet wird oder nicht. Es ist wichtig. Punkt.

Ich komme aus der Intensivpflege. Da herrscht sehr viel Unsicherheit seitens der Angehörigen.
Beatmete Patienten mit denen man reden kann?
Die man gar berühren kann?
So viele Kabel.
Zig Schläuche die irgendwo beginnen und irgendwo enden.
Alarme auf dem Monitor.
Alarme an Geräten.
Die unterschiedliche Wertigkeit der Alarme.
Zahlen. Überall Zahlen.
Man spürt die Anspannung der Familie in jeder Sekunde.
Read 10 tweets
Sep 15, 2021
Die MitarbeiterInnen in den Gesundheitsberufen werden nicht nur oft Opfer von Gewalt. Man lässt uns auch nach traumatischen Erlebnissen oft allein.

Man geht häufig davon aus, dass wir das schon "wegstecken", es zum Beruf halt dazu gehöre und man nur ein "dickes Fell" braucht.
Eine Kollegin sah vor Jahren, wie sich ein Patient aus dem Fenster in den Tod stürzte. Es verfolgt sie bis heute. Immer wenn Patient*innen am Fenster stehen, hat sie Flashbacks und bekommt Panik. Aufgearbeitet hat man das nie. Geholfen hat man ihr zu keiner Zeit.
Vor 8 Jahren nahm ein Patient zwei Ärzt*innen als Geisel und bedrohte sie mit einer Schusswaffe. Erst nachdem sie versprachen ihn auf die Palliativstation zu verlegen, ließ er sie gehen.

Als beide den Raum verlassen hatten, schoss er sich in den Kopf.
Read 19 tweets
Sep 13, 2021
Dienstpläne sind in den Augen toxischer EntscheiderInnen ein probates und gern genommenes Instrument zur Machtdemonstration und Machtausübung. Beim Bossing, dem Mobbing von Führungskräften ausgehend, ist der Dienstplan das 1. Wahl-Druckmittel, wenn es gegen MitarbeiterInnen geht.
Es ist auch ein sehr perfides Mittel, da die MitarbeiterInnen kaum Möglichkeiten haben sich dagegen zu wehren. Dienstplanwünsche werden konsequent mit Verweis auf die Betriebsabläufe ignoriert. Urlaub wird so geplant, dass die angrenzenden Wochenenden Arbeitswochenenden sind.
Emotionale und moralische Erpressungsstrategien finden sich u.a. im "Wenn du unter der Woche nur Frühdienst machen kannst, dann muss jemand anders IMMER Spätdienst machen." wieder. Vor dem Team werden familientaugliche Arbeitszeiten genau SO abgebügelt. Spaltung incoming.
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