My Authors
Read all threads
#Thread Ein kleines Rechenspiel zum Thema #Fleischindustrie #Fleischpreise #Werkverträge #toennies #westfleisch - also dem ganzen "#Schweinesystem"(Buchtitel) und der angeblichen Schuld "der Verbraucher" daran...
Laut Bundesagentur für Arbeit (zitiert nach @derspiegel spiegel.de/wirtschaft/unt…) arbeiten in der deutschen Schlachtindustrie/Fleischverarbeitung insgesamt 36.500 Rumänen, Polen, Ungarn u Bulgaren (Stand: 9/2019) - idR über #Werkverträge mit Sub- und Sub-Sub-Unternehmen
In der Regel werden diese Menschen wesentlich schlechter bezahlt als die 84.500 Vollzeitbeschäftigten der Branche. Die Rede ist von mehreren Hundert Euro pro Monat (s. SPIEGEL-Artikel) - genaue Zahlen fehlen
Der Lengericher Pfarrer u Autor des Buches "Das Schweinesystem", Peter Kossen, berichtet von einem Arbeiter, der für 255 Arbeitsstunden 1200,- € bekommen habe - das wären mit 4,70 € nur gut die Hälfte des gesetzl Mindestlohns
wn.de/Muensterland/K…
Bei 36.500 Werkarbeitern in der Fleischindustrie würden die Unternehmen pro 100,-€ Minderbezahlung dieser Menschen insgesamt rund 44 Mio. € jährlich einsparen. Da es um "mehrere Hundert Euro" geht, habe ich für d folgende Rechnung eine Minderbezahlung von 500,- € angenommen
Daraus ergäbe sich theoretisch eine Einsparung/ein Extraprofit in Höhe von rund 220 Mio. €/Jahr (36.500x500x12=219 Mio.) für die gesamte Branche. Preisfrage: Wohin gehen diese 220 Mio.?
Annahme 1: #toennies & Co. geben d Ersparnis komplett an die VerbraucherInnen weiter - bei rd. acht Mio. Tonnen Fleischproduktion pro Jahr (Quelle: destatis.de/DE/Presse/Pres…) würde das Kilo Fleisch an der Ladentheke dadurch theoretisch um 0,0275 € - also knapp 3 Cent - billiger!
Selbst wenn man d Ersparnis auf 1000,-€/ArbeiterIn verdoppeln u die nicht verwertbaren Teile von den 8 Mio. Tonnen Fleisch abziehen würde, bliebe der theoretische Preisvorteil für die VerbraucherInnen unter 10 Cent./kg. Das kann nicht wirklich Ursache dieses Systems sein
Bleibt Annahme 2: #toennies & Co. stecken die bei den Arbeitern eingesparten Kosten als Extraprofit in d eigene Tasche. Bei den Mengen in d Fleischindustrie machen solche Einsparungen eben nur wirtschaftlich Sinn, wenn sie kulminiert werden. So funktioniert "Das #Schweinesystem"
Korrektur: Autor des Buches "Das Schweinesystem" ist nicht Peter Kossen, sondern Matthias Wolfschmidt. Sorry.
Missing some Tweet in this thread? You can try to force a refresh.

Keep Current with Jürgen Döschner

Profile picture

Stay in touch and get notified when new unrolls are available from this author!

Read all threads

This Thread may be Removed Anytime!

Twitter may remove this content at anytime, convert it as a PDF, save and print for later use!

Try unrolling a thread yourself!

how to unroll video

1) Follow Thread Reader App on Twitter so you can easily mention us!

2) Go to a Twitter thread (series of Tweets by the same owner) and mention us with a keyword "unroll" @threadreaderapp unroll

You can practice here first or read more on our help page!

Follow Us on Twitter!

Did Thread Reader help you today?

Support us! We are indie developers!


This site is made by just two indie developers on a laptop doing marketing, support and development! Read more about the story.

Become a Premium Member ($3.00/month or $30.00/year) and get exclusive features!

Become Premium

Too expensive? Make a small donation by buying us coffee ($5) or help with server cost ($10)

Donate via Paypal Become our Patreon

Thank you for your support!