Jürgen Müller Profile picture
Raus aus der Matrix - rein in die Demokratie. Satirischer Doppelmoraldetektor #Grautöne #TeamAufarbeitung @kinder_jetzt @wir_gemeinsam_B @macht_frieden

Sep 13, 2020, 21 tweets

Ich sitze gerade wieder am Strategiepapier für die #Ernährungswende in #München. Dabei wird mir erneut bewusst, wie verrückt generell der erdrückende Fokus auf #Energie und #Mobilität ist. Der leichteste und billigste impact liegt im Bereich Ernährung. (thread)

Dafür braucht es nicht Billionen-Investitionen in erneuerbare Energien, in öffentlichen Nah- und Fernverkehr, in andere Gebäude oder energetische Sanierungen etc. #Mobilitätswende #Energiewende

Dafür kommt es ganz maßgeblich darauf an, was produziert und gegessen wird: Tierische Produkte im Übermaß sind schlecht für die menschliche Gesundheit, das tierische Wohl und unsere Lebensgrundlagen. #VeggieEveryday #vegan #planetaryhealth

Wohl kein anderer Bereich trägt so sehr zur Vernichtung unserer #Ökosphäre bei, wie die Art, wie wir Lebensmittel erzeugen und konsumieren bzw. nicht konsumieren, weil wir sie wegschmeißen (#Lebensmittelverschwendung). Nicht die #Mobilität und nicht die #Energieerzeugung.

Wir fokussieren uns dabei immer auf die #Klimakrise. Aber das ist halt nicht die einzige planetare Grenze, die überschritten ist und vielleicht für unser Überleben (derzeit) nicht einmal die wichtigste. Der Verlust der #Biodiverstität kann uns brutal treffen. #Artensterben

Wir benötigen den Genpool eigentlich gerade dann, wenn wir Arten brauchen, die sich auf geänderte Bedingungen einstellen können. Aber wir vernichten sie durch #Pestizide, #Monokulturen, #Überdüngung etc. Es ist die planetare Grenze, die am weitesten überschritten ist.

Gefolgt wird das Artensterben von biogeochemischen Kreisläufen: gestörte Nährstoffkreisläufe, insbesondere #Stickstoff, bedingen wiederum andere planetare Grenzen wie das Artensterben durch Überdüngung oder die #Klimakrise durch Treibhausgase.

Abgesehen davon müssen wir uns was einfallen lassen, wenn wir in absehbarer Zeit noch Lebensmittel erzeugen wollen. Eine große Errungenschaft war es, #Kunstdünger zu erfinden. Dumm ist es, damit ein Feuerwerk an Überproduktion zu entfesseln.

Wir exportieren Flächen, weil hier die Futtermittel für das ganze Vieh nicht anbauen könnten. In fernen Ländern wird dann das Futtermittel angebaut, das wir dann wieder importieren und nach Verwertung als Gülle auf die Felder und ins Grundwasser schütten. #Nährstoffkreisläufe

Das Futtermittel wird auch nicht irgendwo angebaut, sondern oft auf Flächen, die erst durch Brandrodungen frei wurden. Mit diesen #Landnutzungsänderungen sind wir schon bei der nächsten planetaren Grenze, die durch die #Waldbrände gerade nochmal Fahrt aufnimmt. #climatefires

Kein anderer Bereich hat derartige Auswirkungen. Und das ist nur ein Teil der gewaltigen Auswirkungen. Warum ist das so unbekannt und warum wird daran so wenig geändert? Ich empfehle erneut das Buch Die #Klimaschmutzlobby von @AnnikaJoeres und @susannegoetze.

Es ist der fehlende politische Wille, der eine Änderung verhindert und eine lebensgefährliche Politik, die in der CDU und CSU heimisch ist mit ihrer Nähe zu Wirtschaft und Lobbyverbänden. Besonders krass und verlogen: Das Verhalten gegenüber der Schöpfung mit einem C im Namen.

Dabei wäre es so leicht. Tierische Produkte (alle Lebensmittel) benötigen keine irgendwie gewillkürte #Fleischsteuer, sie benötigen eine Einpreisung der externalisierten Kosten. Das sind u.a. die Kosten, die durch die beschriebene Zerstörung der #Ökosphäre entstehen.

Damit könnte man nach dem Stand der Forschung sofort beginnen. Für Verbraucher:innen wäre ein solch umgestelltes System eine gewaltige Entlastung, weil sie automatisch mit dem Günstigsten Produkt das sozial und ökologisch Beste kaufen könnten.

Die Wenigsten Menschen wollen Produkte kaufen, für die Tiere gequält und Menschen ausgebeutet wurden. Und alle wollen eigentlich die Lebensgrundlagen erhalten.

Durch eine Regionalisierung der Ernährungsversorgung könnte auch ein größeres Maß an #Resilienz geschaffen werden. Wie schnell globale Lieferströme zusammenbrechen können, haben wir zuletzt in der #Coronakrise gesehen.

Es würde auch die Folgen der #Coronakrise abmildern, wenn die lokale Wirtschaft gestärkt würde: Wenn Landwirt:innen vor Ort verlässliche Abnahmebedingungen, Wertschätzung und auskömmliches Einkommen hätten, wenn regionale Verarbeitung wieder etabliert würde etc.

Vor allem hätte eine gute und gesunde Ernährung noch einen weiteren Effekt: Sie würde das #Immunsystem stärken und das Risiko von schweren #COVID19-Verläufen reduzieren. Das gilt nicht nur für #Corona. Für ein robustes Immunsystem ist maßgeblich, was wir unserem Körper zuführen.

Und wenn wir von tierischen Nahrungsmitteln weiter weg kommen, schaffen wir auch Distanz zu anderen Krankheitserregern. Durch den #Antibiotikamissbrauch in der Tierhaltung schaffen wir gerade multiresistente Keime und damit eine der größten Errungenschaften der Medizin ab.

Abschließend noch ein wichtiger Punkt, der nicht fehlen darf, auch wenn es noch weitere nennenswerte Punkte gäbe: Das Ganze wird nicht ohne eine Umverteilung gehen, wenn wir wirklich wollen, dass alle Zugang zu gutem Essen haben. #Vermögenssteuer #Erbschaftssteuer #goodfoodforall

Das👆wird zwar heute wohl kaum noch nennenswerte Verbreitung finden zur #KommunalwahlNRW. Aber im kommenden Jahr gibt es ja noch mit der #btw21 eine #Klimawahl und weitere Kommunalwahlen. Vielleicht schaffen wir noch die Wende. Für uns alle.

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