, 15 tweets, 3 min read Read on Twitter
Thread
1) NZZ-Chef Eric Grujer nimmt (auf persönlich.ch) Stellung zur Deutschlandexpansion und zum Rechtsrutsch der NZZ, ich versuche das mal zu analysieren, wir sollten genau verstehen, was da passiert, deshalb etwas ausführlicher:
2) Gujer beginnt mit einer scheinbar klaren Abgrenzung vom Hans-Georg Maaßen-Tweet („Westfernsehen“). Der Vergleich hinke, Deutschland sei ja nicht die DDR.
3)Folgt man Gujer, verhandelt die NZZ keine unterdrückten Wahrheiten (wie Maaßen insinuiert),sondern vernünftige u. allgem. verbreitete Standpunkte:„Die Lektüre d. NZZ erfordert nur intellektuelle Neugier und die Bereitschaft, sich einem klar formulierten Standpunkt auszusetzen“
4) Das ist Gujers Vorspann, um dann den viel kritisierten Text des NZZ-Redakteurs Michael Rasch zu verteidigen, ein Text, der das „Ende der Mehrheitsgesellschaft“ durch Migration beklagt und unterscheidet zwischen Bio-Deutsch und nicht von Deutschen abstammend.
5) Gujer verteidigt das Wort „biodeutsch“ als „neutral“ (es stehe ja im Duden) und behauptet damit, dass eine Unterscheidung zwischen 'echt deutsch' und 'nicht echt deutsch' eine ist, die rein Fakten basiert sei, und keineswegs politisch.
6) Gujer überbietet letztlich Maaßen, indem er den Migrationstext von Rasch nicht als aussergewöhnlich und mutig bewertet, sondern als selbstverständlich. Menschen gemäss ihrer biologischer Abstammung kategorisieren? Das ist normal. Das macht jeder.
7) Weiter sagt Gujer: Die NZZ habe den Begriff „biodeutsch“ trotzdem aus dem Text genommen. Weil er „zu Missverständnissen geführt und nicht beabsichtigte Emotionen geweckt hat.“
8) Weder Text noch Begriff haben also gemäss Gujer eine ideologische Stossrichtung, sondern: Man beugt sich, weil sich manche verletzt fühlen, beharrt aber auf der eigenen neutralen Verwendung von „biodeutsch“.
9) Im Vergleich zu denen, die sich „an einem einzelnen Wort festbeissen“ (Gujer), ist also die NZZ so grosszügig, dass sie den Begriff rausnimmt. Der Rest der Thesen im Text erscheinen somit als unproblematisch. Ist der Begriff weg, ist das Problem weg.
10) Die Zeitung ist grosszügig auf „ihre Leserinnen und Leser“ eingegangen, hat sich auf die „offene Diskussion“ (Gujer) eingelassen – und den Begriff rausgenommen. Damit steht sie jetzt angeblich jenseits möglicher rechter oder rechtsextremer Inhalte.
11) Denn Polarisierung, das machen nur andere, wie Gujer konstatiert: „Die Polarisierung hat zugenommen (...). Die einen rufen «Lügenpresse», die anderen nur noch «Rechte» oder «Nazis». Beide Seiten verhalten sich wie verfeindete Stämme.“
12) Rechte und rechtsextreme Positionen sind aus Gujers Sicht also das gleiche wie linke. Ob man demokratische Prämissen wie Pluralismus angreift oder diese Angriffe kritisiert, ist die gleiche Seite der Polarisierung.
13)Die NZZ ist die „bürgerlich-liberale“ Option zwischen Irren, u. „gegenüber rechts wie links kritisch“ (Gujer).Sie ist neutral u. wird beim Versuch einer „offenen Diskussion“ sogar zum Opfer. Gujer: „In diesem Klima hat es eine offene Debatte schwer“(also die NZZ hat es schwer)
14)Fazit: Schweizer waren hist. Vorreiter, rechtes und rechtsextremes Denken als Teil d. „normalen Mitte“ zu verharmlosen u. auf diese Weise salonfähig zu machen.Gujer macht das erneut exemplarisch vor u. führt auch in Deutschland fort, was i.d. Schweiz längst Schule gemacht hat
Sorry Leute ich hab meinen Thread zur NZZ und Chef Eric Gujer zweimal getweetet, die erste Variante (diese hier) verlinkt (versehentlich) zu der Seite persönlich. ch, wer dieses Platforming verhindern will, kann die zweite Version re-tweeten.
Missing some Tweet in this thread?
You can try to force a refresh.

Like this thread? Get email updates or save it to PDF!

Subscribe to Franziska Schutzbach
Profile picture

Get real-time email alerts when new unrolls are available from this author!

This content may be removed anytime!

Twitter may remove this content at anytime, convert it as a PDF, save and print for later use!

Try unrolling a thread yourself!

how to unroll video

1) Follow Thread Reader App on Twitter so you can easily mention us!

2) Go to a Twitter thread (series of Tweets by the same owner) and mention us with a keyword "unroll" @threadreaderapp unroll

You can practice here first or read more on our help page!

Follow Us on Twitter!

Did Thread Reader help you today?

Support us! We are indie developers!


This site is made by just three indie developers on a laptop doing marketing, support and development! Read more about the story.

Become a Premium Member ($3.00/month or $30.00/year) and get exclusive features!

Become Premium

Too expensive? Make a small donation by buying us coffee ($5) or help with server cost ($10)

Donate via Paypal Become our Patreon

Thank you for your support!