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Was ist dieses gesellschaftliche Klima, das nach den quasi-nazistischen Morden in Interviews hervorgeholt wird?
Ist es eine Art Wetter, ist es ein Lens Flare in der Metaphorik der Aufklärung? Eine blühende oder dystopische Landschaft? Kann man das machen, oder ist dieses "soziale Klima" in den Grenzen der Nationalen Sicherheit im Inneren kalkulierbar?
Oder ist dieses soz. Klima manifeste Verhältnisse, dirigiert aber nicht vorausschaubar? Bewegt man sich in diesem Klima, während man es baut? Wäre die Ersatzhandlung zur Lösung des Problems der Widersprüche des "Wahnsinnigen", dessen Nazismus seinerseits wahnsinnige
Struktur hat, in einem Klima entstanden, das solche Morde ermöglicht? Müssten dann die manifesten Verhältnisse, die zu diesen Morden führten weniger gefühlt werden? Oder kann man sie erkennen?
"Soz. Klima schaffen" greift auf ein Modell einer Gesellschaftsformation zurück, in dem "sich" das Soziale wie eine fundamentale Wetterlage selbst erzeugt, aber Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, die diese Selbsterzeugung Regeln unterzieht.
Die unbeliebten Termini aus der Sozialforschung und der Praxis der gesellschaftlichen Ordnungsinstanzen dafür sind Governance und Führung. Im liberalen Staat, dem Rahmen der aktualen Gesellschaft, scheinen beide der "Selbstmachung" von Gesellschaft zu widersprechen.
Die Entkoppelung der Gesellschaft vom Staat, der Gesellschaft doch "gouvernementalisiert", regiert und doch "sich selbst" überlässt, ist darum nicht gegeben, weil das vermittende Konzept der Demokratie an manifesten Bedingungen (dem Klima?) nichts fundamental verändert.
Jetzt diskutiert die "radikale Demokratie" eine Volkssouveräntiät, die sich auf die Dynamik des Diskursiven selbst bezieht. Und dies ist vorrangig Sprache, Sprechen, Kommunikation und vorrangig vor den wiederum nur kommunikativ aushandelbaren ökonomischen Bedingungen.
Baedingungen des Materiellen und der Logiken der Mehrwertproduktion werden in der Sprache und im allgemeinen Antagonismus verhandelbar? Der Antagonismus, den diese "radikale Klima" diskursiv anspricht, ist nicht der zwischen Klassen.
Zugleich versucht die parteilich institutionalisierte Linke Sozialismus als demokratisches Projekt zu entwerfen, in dem der gemeinsame Nenner die Emanzipation wäre. Das aber lässt sie zugleich intern kritisieren. Weil Emanzipation ganz unterschiedliche Inhalte haben kann.
"Zum Beispiel" das Töten von Menschen, die das Objekt der sozialen Widersprüche darstellen sollen. In der Kritik der Linken am "soz. Klima" wird darum das Eigentum am Produktionsapparat wieder zur systematischen Stelle gemacht. Und hier endet dann diese Art Diskurs.
Der sprachliche Diskurs wird vom materiellen beständig abgeschieden. Das passiert in der Sprachkritik der Vorbereitung von Hass als sozialem Gift usw. Das soziale Klima, das zu machen sei, um die autoritärsten und eliminatorischen Lösungen zu verhindern, muss
Eigentum als im Diskurs gewollte Herrschaft begrifflich verneinen. Es darf mit "Klima" nicht vom Herrschaftsdiskurs gesprochen werden oder nur im ePaper. Auf den materiellen Diskurs nimmt der sprachliche nur sehr bedingt Einfluss.
Sozialismus sei darum die "versöhnte Formen der [gesellschaftlichen] Koordination" (Alex Demirović), über die gesprochen werden müsse. Eine schlicht erneuerte Utopie der Klassenlosigkeit. Die "Klimaforschung" des Sozialen vertritt dagegen die implizite These, es gäbe jetzt
bereits Formen des Sozialen, welche die soziale Koordination befriedend vorwegnehmen könnten.
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