46/ START: Germany is not only famous for cars, Adidas shoes and Nivea creme. It has also been a key provider of end-of-history (EoH) tales since the time of Enlightment.
57/ Case study: Another example of mental maintenance around the nuclear apocalyptic threat (compare 53/ above). We met @SevimDagdelen from #DieLinke already earlier in Part 3 when she claimed that #Ukraine provoked the 🇷🇺 aggression. #NATO#Lanz#Putin
Im Iran-Iran-Krieg in den 1980ern gab es eine vergleichbare Situation wie heute - weswegen auch die Annahme, die Trump-Administration hätte das Hormus-Problem übersehen, absurd ist. Ein Thread: 🧵1/8
♦️Im sogenannten Tankerkrieg, der Eskalationsphase des Iran-Irak-Kriegs von 1984 bis 1988, sperrte Iran die Strasse von Hormus nicht vollständig. Er setzte stattdessen auf Minen, Raketen, Schnellboote und Einschüchterung des Schiffsverkehrs vor allem in der Region.
♦️Iran, aber auch Irak Tanker, Handelsschiffe und Energieinfrastruktur an, um den Gegner wirtschaftlich zu schwächen und politischen Druck auf die Golfstaaten auszuüben. Der Seeverkehr wurde dadurch gefährlicher, kam aber nicht zum Erliegen.
♦️Es ist vielleicht mal gut, sich die Geschichte des Völkerrechts aus einer Vogelperspektive (mit Mut zur Lücke) anzuschauen, um seine Misere im Fall #Iran zu verstehen:
1. Völkerrechtliche Erwägungen sind älter als die europäische Erindung des territorialen ... 🧵1/15
♦️(National)staates. Damals war das unveräusserliche Recht auf Verteidigung schon ein zentrales Thema.
2. Nach dem Westfällischen Frieden nahm die Idee des territorial genau abgesteckten (National)staates so langsam an Fahrt auf. Auch hier wurde das unveräusserliche Recht auf
♦️Selbstverteidigung noch oft funktional gedacht: Du verteidigst dich gegen alles, was zu einem Angriff beiträgt.
3. Für den grossen Kolonialimperialismus brauchte man eine überstaatliche Ordnung, die Konflikte zwischen den imperialen Mächten unwahrscheinlich machte.
♦️Die US-basierte National Union for Democracy in Iran (NUFDI) mit Pahlavi an der Spitze entwirft unter dem Titel Iran Prosperity Project (IPP) einen Plan für den Übergang nach dem Fall der Islamischen Republik. 🧵
♦️In der ersten Emergency Phase (100-180 Tage nach Machtübernahme) priorisiert der Plan Versorgungssicherheit (Lebensmittel, Lieferketten, Transport, Strom/Wasser, Gesundheit, öffentliche Dienste) und die Sicherung institutionellen Wissens.
♦️Im Sicherheitsbereich werden schnelle Machtübernahme, Schutz kritischer Infrastruktur, Neutralisierung von IRGC/Basij-Strukturen, gestufte Vetting-/Entwaffnungsprozesse und der Aufbau ziviler Kontrolle über neue Sicherheitsorgane beschrieben.
Linke Dullies und ÖRR quasseln bzgl. Iran immer noch von "Wirtschaftsprotesten". Unbestritten hat wirtschaftliche Misere die Unruhen getriggert. Indessen gibt es seit der Islamischen Revolution 1979 einen Trackrecord von Anti-Regime-Revolten.
🧵1/15
♦️Dazu gehört die Grüne Bewegung (Jonbesh-e Sabz) von 2009: eine Protestwelle, die nach der iranischen Präsidentschaftswahl vom Juni 09 begann. Viele Menschen zweifelten das offiziell verkündete Ergebnis an und warfen den Behörden Wahlmanipulation vor.
♦️Der Wächterrat spielt eine wichtige Rolle bei der Zulassung von Kandidaten und bei der Kontrolle des Wahlprozesses. Dadurch werden Wahlen zum regimekritischen Konfliktfeld, wenn grosse Teile der Bevölkerung das Ergebnis als unglaubwürdig empfinden.
♦️Sowjetunion in der Rohstoff-Falle: "Goldene Zeit", Öl-Schock, und der Pfad zum Zerfall unter Breschnew 1970-1982; Analogien und Differenzen zu Putin.
🧵1/20
♦️Was wir heute als 'Russland' titulieren, entstand im Kern im 15.-18. Jh. durch die - teilweise mit viel Blut & lokalen Genoziden verbundene - Kolonisierung des Ostraumes, welchen die Goldene Horde nach ihrem Zerfall 'hinterlassen' hatte.
♦️Von Kernrussland ging es dann weiter zu dem, was später die 'Sowjetunion' in ihrem Post-WK-2-Zustand wurde. Sehr grob vereinfacht war die zweite Phase des imperialen Projekts dadurch geprägt, dass Expansionswille auf gefestigtere, (kulturell) wehrhaftere Identität stiess.